Die denkende Gabel

Wie haben wir eigentlich überlebt, bevor es Apps gab? (Wie haben wir uns zu Paaren formiert ohne Handys? Wie haben wir das Leben ertragen, mit eineinhalb TV-Kanälen? Warum sind wir nicht an all dem Ungesagten erstickt, bevor wir es auf Twitter stellen konnten?)

Auf einer großen Computermesse in Las Vegas wurde ein neues Zubehör für Smartphones vorgestellt: Mit Sensoren ausgestattetes Essbesteck schlägt Alarm, wenn man zu schnell (und daher zu viel) isst. Experten sehen hier einen neuen Trend: Geräte und Software, die dem Menschen helfen, die Funktionen seines Körpers zu überwachen. Die Zielgruppe ist gigantisch – sie reicht vom hauptberuflich Gesunden, der permanent seine Kalorienbilanz überprüfen will, bis zum Profi-Hypochonder, der stets wissen möchte, ob sein Puls noch im korrekten Takt schlägt.

Irgendwann kommt dann die App, die uns sagt, wann wir aufs Klo gehen, schlafen oder uns die Nägel schneiden sollen. Die App für mehr Eigenverantwortung, die gibt es leider nach wie vor nicht.

(KURIER) Erstellt am
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