Meinung | Kolumnen | Meine Stadt
17.05.2017

Heinz in Wien

Mein Sitznachbar in der Schule hatte mir die CD gebrannt, und dass das Album schon sieben Jahre alt war, war mir ziemlich egal.

Julia Schrenk | über "Elektroboot, bitte" von Heinz aus Wien

Gestern berichtete an dieser Stelle die geschätzte Kollegin von ihrem – rein auf Nostalgiegründen basierenden – Besuch beim Christina-Stürmer-Konzert in der Arena. Und welch Vorwürfen der Uncoolheit sie sich deshalb ausgesetzt sah. Und man muss schon sagen, Christl Stürmer ist wirklich uncool (und sie war es auch damals schon).

Trotzdem behaupten böse Zungen in dieser Redaktion, meine jugendliche Heinz-aus-Wien-Phase sei mindestens genauso uncool gewesen (weil peinliche Wiener Möchtegern-Tocotronics). Heinz aus Wien – und vor allem das Album "Elektroboot, bitte", hörte ich im zarten Alter von 16 Jahren. Mein Sitznachbar in der Schule hatte mir die CD gebrannt, und dass das Album zu diesem Zeitpunkt schon sieben Jahre alt war, war mir ziemlich egal. Denn es war Sommer, es war sonnig, ich war frisch verliebt, und das Donaufestival in Krems stand vor der Tür – übrigens ohne Heinz aus Wien, denn die hatten ja zu diesem Zeitpunkt ihre besten Zeiten schon hinter sich und traten nicht auf. Was auch der Grund dafür ist, dass ich Heinz noch nie live gesehen habe.

Morgen Abend spielt Heinz bei der Eröffnung des Sommers im MuseumsQuartier. Open Air, bei angesagten 26 Grad. Es könnt’ also was werden, mit dem Sommer wie damals.