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04.03.2013

Endlich!

Es war nie einzusehen, warum ein derart kreatives Land seine geografische Lage nie wirklich als Chance begriff.

Gert Korentschnig | über blaue, kurzzeitig orange, dann wieder Kärnten-blaue Kulturpolitik

Leider hat Dietmar Pflegerl diesen Tag nicht mehr erlebt. Der Tag: Der 3. März 2013, der als Befreiungsschlag von blauer Kulturpolitik, als demokratische Zertrümmerung eines unglückbringenden Systems, das mit Jörg Haider über Kärnten hereingebrochen war, in Erinnerung bleiben wird. Dietmar Pflegerl: Er war der Intendant des Klagenfurter Stadttheaters, der sich mit Haider die heftigsten verbalen Duelle geliefert hatte und 2007 verstarb.

Blaue, kurzzeitig orange, dann wieder Kärnten-blaue Kulturpolitik: Das war so ziemlich das Übelste, was man zuletzt in diesem Bereich beobachten konnte. Das größte Kärntner Theater wurde nach und nach krankgespart – man hatte zu Zeiten von Pflegerl stets das Gefühl, dass Subventionskürzungen mit Sanktionen gleichgesetzt waren.Die Klagenfurter Seebühne, Haiders Prestigeprojekt, wurde im Gegenzug massiv unterstützt – und dann zum Millionengrab. Besonders schändlich war der Umgang mit dem als „Fäkalkünstler“ denunzierten Cornelius Kolig.

Dümmlich das Verwechseln von Kultur und Brauchtumspflege. Es war nie einzusehen, warum ein derart kreatives Land seine geografische Lage mit Slowenien als Nachbarn nie wirklich als Chance begriff, sondern geistige Barrieren errichtete, die höher als die Karawanken waren. Gut, wenn sich endlich etwas ändert und Figuren wie der letzte amtierende Kulturlandesrat einfach verschwinden.