über den "Tatort"
07/29/2013

Würdevoll unterfordert

von Barbara Mader

Auch Fernsehroutine lässt sich anständig erledigen.

Barbara Mader | über den "Tatort"

Der zu Recht bejubelte Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff ist „ein echter ,Tatort-Hasser‘“, wie er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung anvertraute. „Wenn ich wunderbare Kollegen wie Axel Milberg, Martin Wuttke oder Eva Mattes in dieser Konfektionsware sehe, dann halte ich es nicht aus. Was für eine Unterforderung.“

Dass sich Martin Wuttke überanstrengt, wenn er, wie im Leipzig-Tatort am Sonntag, 90 Minuten das selbe sinnlich-grübelnde Gesicht macht und dazu „Hatte er ein Verhältnis?“ raunt, ist nicht anzunehmen – auf der Bühne des Burgtheaters hat er einiges mehr zu bieten. Genieren muss er sich für die TV-Konfektionsware, die diesmal über das übliche „Whodunnit“ hinaus auch deutsche Ost-West-Kalamitäten behandelte, aber nicht. Ebenso wenig wie die brillante Corinna Harfouch, diesmal als Witwe des Ermordeten würdevoll unterfordert. Die beiden beweisen: Auch Fernsehroutine lässt sich anständig erledigen. Den „ Tatort“ kann man übrigens trotzdem hassen.

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