Über Social Media in der Politik.
05/29/2016

Mach’ nichts Dummes

von Philipp Wilhelmer

Dass aus dem damaligen Slogan „Yes we can“, ein ironisches „Yes we Kern“ wurde, ist ein lauer Gag.

Philipp Wilhelmer | Über Social Media in der Politik.

Facebook und Twitter haben sich vom Stammtischniveau erhoben und bestimmen die politische Debatte. Was etwa die FPÖ, derzeit stärkste Parlamentspartei auf Facebook, exzellent für sich nutzt. Besonders gerne werden dort kurze Anreißer geliefert für die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben werden soll.

Social Media sind zwar gratis, aber nicht automatisch unfallfrei: „Zeit im Bild“-Chefredakteur Fritz Dittlbacher fasste im KURIER-Interview jüngst das Regelwerk für die ORF-Mitarbeiter so zusammen: „Ganz verkürzt steht dort: ,Mach‘ nichts Dummes.“

Ein Satz, den man nicht anzweifeln will. Man könnte ihn auch umdeuten zu: „Mach’ was Gescheites.“ Neo-Kanzler Christian Kern hat seinem Team offenbar diese Devise auf den Weg mitgegeben. Seit er im Amt ist, strömen Infos, Bilder und Imagewerbung in Facebook und Instagram – mit der landestypischen Verzögerung von acht Jahren hält damit ein Erfolgsrezept von Barack Obama in Österreich Einzug. Der hatte ja bei seinem Präsidentschaftswahlkampf 2008 damit Furore gemacht, dass sein Team die neuen Medien beispiellos für sich nutzen können. Dass damit aus dem damaligen Slogan „Yes we can“, ein ironisches „Yes we Kern“ wurde, ist ein lauer Gag, der Bedauerliches überdeckt: Die Regierungsparteien haben die direkte Kommunikation mit ihren mittlerweile schon recht angefressenen Wählern nur halbherzig versucht. Die FPÖ gab auch hier das Tempo vor und wurde dafür mit der Lufthoheit im Web 2.0 belohnt. Gescheit?

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