Barbara Mader

© Stephan Boroviczeny

Meinung Kolumnen Im Bild
03/31/2012

Im Bild: Gesiezt am Freitag

Am Freitag durfte man bei "Dancing Stars" Zeuge werden, wie zwei, deren Sympathie füreinander zuletzt enden wollend schien, die höfliche Anrede Sie anwandten.

von Barbara Mader

Schön, dass im Fernsehen wieder gesiezt wird. Es ist ja oft so, dass Moderatoren ihre Gäste kennen und munter drauflosduzen. In Österreich schaut das so aus: Klaus Eberhartinger sagt etwas Mittellustiges (bei ihm ist es so wie früher bei der EAV: große Momente und sehr viele Tiefpunkte) und ein Geduzter antwortet etwas stark Dialektgefärbtes (gilt interessanterweise nicht für Wiener: Man stelle sich vor, ein Gast aus Meidling würde sein "L" so herauslassen wie manche Tiroler ihr "Ch" bei "Dancing Stars"). Das Geduze ist nicht immer angebracht. Und manchmal sehr unangenehm. Der Schriftsteller Max Goldt betitelte eine Glosse über einen Tiefpunkt in seinem Leben: "Ungeduscht, geduzt und ausgebuht." Am Freitag durfte man bei "Dancing Stars" Zeuge werden, wie zwei, deren Sympathie füreinander zuletzt enden wollend schien, die höfliche Anrede Sie anwandten. Und dann bekam Herr Pirchner von Herrn Ekker sogar Punkte. Bestimmt nicht nur aus Höflichkeit. Unterdessen siezte auch Moderator Oliver Pocher seinen Kollegen Günther Jauch in der Sendung "5 gegen Jauch". Ein höflicher Moment, bevor er sich wieder dem Thema Rektaluntersuchungen zu-wandte.

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