Über das ATV-Duell Hofer/Van der Bellen
05/16/2016

Gelungene Übung

von Philipp Wilhelmer

Wenn man unter Authentizität schlechtes Benehmen unter Stress versteht, dann gelang die Übung.

Philipp Wilhelmer | Über das ATV-Duell Hofer/Van der Bellen

Die Faszination von Fernsehauftritten wahlkämpfender Politiker entspringt der Vorstellung, dass sie irgendwann, wenn der Moderator nur hartnäckig genug fragt, so etwas wie ein „wahres Gesicht“ zeigen. Was aber, wenn man den Moderator gänzlich weglässt? ATV wagte dieses Experiment (zuletzt gab es so etwas anno 1975 beim TV-Duell Kreisky gegen Taus).

Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen saßen also allein in einem superschicken Studio, mit nichts ausgerüstet als den Ratschlägen ihrer Spin-Doktoren und Rhetoriktrainer. Schnell zeigte sich, wie dünn das Eis ist, auf dem seriöse Debatten fußen. Zwei Spitzenpolitiker unterboten sich da mit Anti-Argumenten, Quasi- bis De-facto-Beleidigungen und zynischem Herumgetue.

Man sah Hofer in die Augen und dachte sich seinen Teil. Man sah Van der Bellen und wünschte sich, Heinz Fischer möge erscheinen und beide an den Ohren nehmen. Wenn man unter Authentizität schlechtes Benehmen unter Stress versteht, dann gelang die Übung. Leider zu gut.

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