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17.03.2016

Falsche Freunde

Im Zweifelsfall ist es für den Sender aber besser, wenn er kritisiert wird

Philipp Wilhelmer | Politiker, die den ORF beurteilen

Es ist immer schlecht, wenn ein Politiker einen Fernsehsender beurteilt – mangels Zuständigkeit. Im Zweifelsfall ist es für den Sender aber besser, wenn er kritisiert wird, denn dann macht er wahrscheinlich mehr richtig als falsch. Insofern hat der ORF in der Politik besser keine Freunde.

Im Nationalrat hatten am Donnerstag die politischen Parteien nichts Besseres zu tun, als den ORF zu beurteilen, abzuurteilen, oder – besonders skurril: zu verteidigen. Wir erinnern uns: Der Bundeskanzler war am Sonntag als einziger Gast bei „Im Zentrum“. Das ist so kurz vor der ORF-Wahl optisch unschön, inhaltlich entpuppte es sich jedoch als gerechtfertigt. Ende der Debatte? Nein. Alle, die nicht rot waren, tobten. Billig? Geschenkt.

Dass der Medienminister vor versammeltem Plenum dann aber den ORF „verteidigte“, anstatt zu bekennen: „Ich bin dafür nicht zuständig, denn wie Sie hoffentlich wissen, ist der ORF UNABHÄNGIG“, sagte mehr aus als uns lieb ist.