über die ORF-Sommerspräche
09/10/2014

Am Krawattl

von Philipp Wilhelmer

Es zeigte sich eine bemerkenswerte sprachliche Entkoppelung zwischen Wähler und Amtsträger.

Philipp Wilhelmer | über die ORF-Sommerspräche

Am Dienstag warf Peter Resetarits beim "Sommergespräch" mit Reinhold Mitterlehner einen Blick ins Hinterland der ÖVP: Die 75-jährige Wirtin Frieda Nagl aus dem Salzburger Rauris klagte dem Vizekanzler ihr Leid über hohe Steuern, die es den Betrieben fast unmöglich machten, zu überleben. Es zeigte sich eine bemerkenswerte sprachliche Entkoppelung zwischen Wähler und Amtsträger: "Die Klein- und Mittelbetriebe waren immer die Stützen und der Pfeiler von der ganzen Steuerpolitik", mahnte Frau Nagl. "Tat’s was, lasst’s uns net verrecken!" Mittlerlehner, ganz Staatsmann, räumte großherzig "eine Art Entsiedelung" ein: "Daher bemühen wir uns auch, was die Regionalentwicklung anbelangt." Er streifte sodann kenntnisreich "bäuerliche Bereiche und so weiter", um schließlich ohne rhetorische Schnörksel mit der "Wertschöpfung in die Region" vorzustoßen. Frau Nagl packte ihn lieber sprachlich am Krawattl: "Da möchte ich Taten sehen und, dass man was am Tisch hat."

Da musste plötzlich auch der Vizekanzler lächeln.

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