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Meinung Kolumnen GesMBH
06/29/2012

Schneckerlpost

Ges.m.b.H: Karl Hohenlohe über das Gespräch und seine Wesensart

von Karl Hohenlohe

Es passiert nicht oft, dass ein Interviewpartner bei Seitenblickeplötzlich den Tod in den Raum stellt: Herbert Prohaska .

Gewöhnlich sind die Aussagen in den Gesellschaftssendungen den Gesprächen angepasst, man will am Abend nicht zwingend in die Tiefe gehen, bewegt sich gekonnt an der Oberfläche und ist damit vollkommen glücklich.

Die wenigsten haben nach Feierabend Interesse, Sartre, Nietzsche oder Sloterdijk zu bemühen, einer Ursache wirklich auf den Grund zu gehen oder Argumente abzuwägen.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es auch einige gibt, die das vor dem Feierabend ebenfalls nicht interessiert.

Am Abend suchen wir kein Zerwürfnis, sondern Zerstreuung, Schiller statt Schiller und höchstens ein paar Buhfrauen und -männer, über die wir uns aufregen können.

Nun war da plötzlich kurz nach acht Herbert Prohaska auf dem Bildschirm zu sehen. Erst outete er sich als großer Fan der steirischen Bee Gees STS, zur Freundschaft zu den drei Heroen hätte ihm jedoch eines gefehlt: Zeit.

Das kann doch noch werden, sagte die Frau Redakteurin Hesse aufmunternd und dann meinte Herr Prohaska, man müsste sich jedenfalls beeilen, weil STS und er nicht mehr die Jüngsten wären.

Mit einem Male war all das Süße, Liebliche und Zarte bei Seitenblicke verschwunden, die Endlichkeit des Menschen wurde uns von Herbert Prohaska drastisch vor Augen geführt.

Der Tod flüsterte "Hallo" und ein Anflug von Ernst legte sich für eine Hundertstelsekunde über all die Haushalte. Nein, wir fürchten ihn nicht, wenn er aber einmal zu uns kommt, wollen wir nicht dabei sein.

Einladungen, Beschwerden, Hinweise:office(at) hohenlohe.at

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