Ges.m.b.H.: Schimmerlos

Karl Hohenlohe über das Gold und dessen vielfältige Eigenschaften.

Der Goldpreis ist hoch wie nie zuvor, das wird die Zelebritäten freuen. Gold ist ja die Währung der oberen Zehntausend, an ihren Hälsen, Handgelenken, Fingern und Nasenflügeln können wir ihren Reichtum erahnen. Das war nicht immer so, Männer, bei denen es während des Mundöffnens zu blitzen begann, galten als windige Gesellen, der Schneidezahn aus Edelmetall war Indiz für eine skrupellose Weltanschauung.
Stellvertretend für diese Spezies möchte ich den international agierenden Gangster "Goldfinger" nennen. Er operierte zwar mit goldenem Backenzahn, aber auch mit ihm war nicht zu spaßen.
Gemeinhin verbinden wir das Gold jedoch mit positiven Dingen wie beispielsweise Reichtum, Luxus, Sonne oder dem Esel.
Meine Ururgroßmutter selig bezeichnete ihren Lebensgefährten als "Midas", also als jenen König, der alles, das er berührte, zu Gold verwandeln konnte. Um die Symbolik noch zu unterstreichen, schenkte sie Franz Liszt auch einen Goldbarren, auf dem "König Midas" geschrieben stand. Der Barren hat sich bis heute erhalten, leider nicht im Besitz der Familie - so nahe liegen Triumph und Tragödie beieinander.
Und weil wir gerade bei der Tragödie sind: Nicht immer hat das viele Gold seinen Besitzern Glück gebracht, eine Übersättigung war die Folge, Saturiertheit ein Zeichen.
So deutete die Sängerin Shirley Bassey den rasenden, aber nicht orkanartigen Applaus bei ihrem Konzert in Monaco dahingehend, dass die Besucher die Arme nicht richtig hochbekommen würden, weil das zu üppige Geschmeide sie daran hindern würde.
Ein haushoher Sieg der Schwerkraft gegen die Huldigung.

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karl.hohenlohe@kurier.at

(kurier) Erstellt am
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