Ges.m.b.H.: Rauchzeichen

Karl Hohenlohe über einen Fast-Helden der Nation.

In der beliebten Sendung " Seitenblicke " erwähnte Herr Hans(i) Hinterseer jenen Musikantenstadl, der in Peking aufgezeichnet wurde. Der Regisseur Prohaska wollte sich seinerzeit das Rauchen nicht nehmen lassen, aber die Chinesen verstehen da gar keinen Spaß. Irgendwann war der Rauch den Behörden zu viel, eine Absage der ganzen Veranstaltung stand im Raum und erst Moik, der Bundespräsident und die chinesische Staatsführung konnten das Allerschlimmste verhindern. Nicht auszudenken, der Musikantenstadl wäre ein paar Zigaretten zum Opfer gefallen, der Herr Regisseur wäre den Rauchern ein Robin Hood geworden. Sie hätten ihn in Schwechat wie Cäsar empfangen und dann in alter Schranz-Manier auf dem Balkon des Bundeskanzleramtes ausgestellt. Klaus Liebscher, der hartnäckigste Raucher der Republik, hätte - Achtung, Wortspiel - eine flammende Rede gehalten, die steirischen ÖVP-Damen hätten "Smoke On The Water" intoniert und auf einem Großbildschirm wäre Herr Heesters mit einer Zigarette zu sehen gewesen, dazu eine Sprechblase: "Rauchen hält Jopie jahrelang jung." Selbstverständlich hätte sich umgehend eine Gegenbewegung rund um Hademar Bankhofer gruppiert, es wäre zu immer wieder entgleisenden Lungen- und Demonstrationszügen gekommen, erst der Schwadener-Friede, von Klaus Liebscher und Hademar Bankhofer in Kampfanzügen unterzeichnet, hätte endgültig für Ruhe gesorgt. Und was wäre mit dem Regisseur geschehen? Entweder er würde heute in Brüssel sitzen und den Tabakfreunden schöne Augen machen oder der Mann in der Hofburg würde nicht Fischer, sondern Prohaska heißen. Einladungen, Beschwerden, Hinweise: karl.hohenlohe@kurier.at

Erstellt am 05.12.2011