Ges.m.b.H.: Luftgeschäfte

Es ist ein Irrglaube der Volksvertretungen, dass sie vermuten, die Offenlegung einer Schrulle, Eigenart oder vermeintlichen Schwäche würde ihnen die Wähler abspenstig machen.

Nun fragte die bekannte Seitenblicke-Redakteurin Karin Schiller die berühmte Politikerin Laura Rudas, wovor sie denn Angst hätte. Laura Rudas "Ich habe Angst vor dem Fliegen."

Dies ist ein bemerkenswerter Satz, nur in Ausnahmefällen stehen die Mandatare zu ihren Schwächen.

Schon wollte ich Frau Rudas kontaktieren und ihr Herrn Nikolaus Lauda ans Herz legen, der gute Mann hat meine Tochter für alle Zeiten von ihrer Flugangst befreit, dann aber befielen mich große Zweifel.

Es ist ja ein Irrglaube der Volksvertretungen, dass sie immer vermuten, die Offenlegung einer Schrulle, Eigenart oder vermeintlichen Schwäche würde ihnen die Wähler abspenstig machen. Ich behaupte, viele Menschen schätzen die Politiker wegen ihrer Vorzüge, verehren sie aber wegen ihrer Fehler. Ein Nuscheln, Augenzucken, buschige Augenbrauen, Brummen, Flugangst, Lachanfall, ein Achtel zu viel oder auch die Landeshauptmannfrisur machen die Politiker angreifbar, deswegen aber noch lange nicht angreifbar.

Bleiben wir bei letzterem Beispiel: Unzählige Mitbürger mit LH-Frisur wollen ihre LH-Frisur nicht und investieren in die Pepi-Industrie. Meist ist der Haarkranz dann weiß, der Rest aber semmelblond oder braunbärbraun, und die Träger wirken ein wenig daneben. Ich sage nicht, dass Landeshauptmann Pröll seine absolute Mehrheit dem Nichttragen einer Perücke verdankt, aber 30 bis 40 Prozent der Stimmen könnten es schon sein.

Möglicherweise setzt Frau Rudas nach ihrem Flugangst-Geständnis nun zu einem Höhenflug an. Dies könnte Herr Lauda verhindern, und so habe ich ihr kein Sterbenswörtchen von seinen heilenden Händen erzählt.

(kurier) Erstellt am
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