Ges.m.b.H.: Blickfangschuss

Karl Hohenlohe über die Wiederkehr des ewig Gleichen.

I m Wiener Rathaus trafen die führenden Bankerinnen und Banker Österreichs zusammen und gedachten des 50. Geburtstages der berühmten Raiffeisen-Bausparkasse. War das ein Hallo. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Damen und Herren immer wieder sehen, nicht jeden Tag, aber vielleicht Montag, Mittwoch, Freitag und in der Weihnachtszeit zusätzlich auch am Sonntag. Dies ist nicht nur für den Bankensektor typisch, auch die Versicherungs-, Fleischer-, und Werbebranche trifft kontinuierlich aufeinander, wobei sich die Werber von den Bankern, Versicherern und Fleischern dadurch unterscheiden, dass sie sich Montag, Mittwoch und Freitag auch noch einen Preis überreichen, Sonntag manchmal zwei. Was tun also, um all die Damen und Herren, die da ständig aufeinanderprallen, bei Laune zu halten? Man muss sie unterhalten, im Falle der Geburtstagsfeierlichkeiten der Raiffeisen-Bausparkasse hatte man an ein Marilyn-Monroe-Double gedacht. Die Dame war sehr hübsch anzusehen, blonder Pepi, weißes Kleid und, was das Dekolleté anbelangte, Norma Jean weit überlegen. Nun umhüllt ein Bankengeburtstag vielleicht noch in Italien ein Hauch von Bunga-Bunga, hierzulande geht es sehr gesittet zu. Man ist sich dieser Tatsache durchaus bewusst - wo bitte soll man also hinschauen, wenn Marilyn Monroe mit einem riesigen Dekolleté neben einem steht und man in dieser Situation nicht nur von den Festgästen, sondern auch noch vom Fernsehen genauestens beobachtet wird? Es war ein wunderschönes Fest und die Dame, die Marilyn Monroe gab, möge sich nicht fälschlicherweise kränken, aber ihr schönes Dekolleté blieb das unbeachtetste Objekt des Abends. Einladungen, Beschwerden, Hinweise: karl.hohenlohe@kurier.at 27.03.2011/son/38/a

Erstellt am 05.12.2011