über die Einigung zwischen Anna Fenninger und dem ÖSV
06/11/2015

Schaler Nachgeschmack trotz der Einigung

Eine Rücktrittsdrohung lässt sich nicht vergessen machen.

von Christina Pertl

Vergeben? Vielleicht. Aber vergessen? Eher nicht.

Christina Pertl | über die Einigung zwischen Anna Fenninger und dem ÖSV

Jetzt haben sich also alle wieder lieb. Anna Fenninger und der ÖSV haben per gemeinsamer Presseerklärung einen Schlussstrich unter die Diskussionen der vergangenen Wochen gezogen. Nach einer gemeinsamen Besprechung zwischen Verbandsführung und dem ungeliebten Management von Österreichs erfolgreichster Skifahrerin sind die „bestehenden Missverständnisse und Kommunikationsprobleme“ unter juristischer Aufsicht beseitigt worden. ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel war der Zusammenkunft ferngeblieben. Böse Zungen behaupten, sonst wäre es mit der vermeldeten „freundschaftlichen Atmosphäre“ vielleicht gleich wieder vorbei gewesen.

Was bleibt ist ein schaler Nachgeschmack. Denn Verständigungsschwierigkeiten hin, gefundener Kompromiss her, so eine Rücktrittsdrohung lässt sich dann doch nicht ganz vergessen machen. Schon gar nicht, wenn diese von einer Olympiasiegerin, Weltmeisterin und zweifachen Gesamtweltcup-Gewinnerin kommt.

Vergeben? Vielleicht. Aber vergessen? Eher nicht.

Dass der ÖSV Österreichs erfolgreichster Sportverband ist, ist ein Fakt. Dass Anna Fenninger nicht die erste Athletin ist, die mit individuellen Wünschen im streng geführten Verband aneckt, aber genauso. Die Salzburgerin wird wohl auch nicht die letzte gewesen sein. Aber das ist Schnee von morgen. Vorerst zieht sommerlicher Friede ein in der ÖSV-Familie.