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16.11.2017

Zu viele Leerstellen

Unter Koller hat es geklappt. Warum sollte es unter Foda nicht klappen?

Wolfgang Winheim | über die Zukunft des Nationalteams

11.700 Zuschauer beim ersten Länderspiel unter einem neuen Teamchef. Wenn sich ÖFB-Chef Windtner vor dem Anpfiff auf das Feld gestellt und leise nach einem neuen Nationalstadion gerufen hätte – man hätte es bis in die letzte Reihe gehört.

Beim Gastspiel eines der besten Nachwuchsteams, Serbiens Unter 21 spielte gegen Österreich, kamen vielleicht 1000 Fans in die Südstadt. Da sind momentan die Frauen die Zugnummer. An gleicher Stelle spielen sie in einer Woche ihr erstes Heim-Bewerbsspiel seit der EM – und im Vorverkauf sind für das WM-Qualifikationsspiel schon mehr Tickets weg, als bei der U 21 Zuschauer waren.

Die Fußballfans geben dem ÖFB-Boss nicht gerade handfeste Argumente für ein Stadion mit 50.000 bis 60.000 Plätzen. Wobei sich Windtners Traum vom Nationalstadion 2020 nicht verwirklichen lassen wird.

Wer wird Sportminister? Wer wird Bürgermeister in Wien? So lange die Fragen der hohen Politik nicht geklärt sind, wird nichts weitergehen, wird sich kein Politiker die Finger verbrennen wollen an einem millionenschweren Projekt. Doch was wird die Zukunft bringen? Der Sport ist in den Koalitionsverhandlungen nicht vorgekommen. Und wird es wohl auch nicht.

Aber vielleicht bleibt den Teamspielern das Glück vom Dienstag hold, und sie entfachen mit einer erfolgreichen Qualifikation wieder eine Euphorie. Unter Koller hat es geklappt. Warum sollte es unter Foda nicht klappen?