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04.10.2017

Vielen Dank, Herr Koller

Die Absagen für die kommenden Spiele kamen nicht überraschend. Koller schützt seine Spieler bis zum Schluss.

Alexander Strecha | über den Teamchef

Zwei Mal Sprunggelenk, ein Mal Zahnweh, dazu ein Fersensporn. Die Herren Alaba, Hinteregger, Sabitzer und Harnik stehen Teamchef Marcel Koller für dessen letzte zwei Länderspiele nicht zur Verfügung. Selbst manche Teamkollegen zeigten sich wenig überrascht von den Absagen, jene von Hinteregger ausgenommen.

Freilich kann man das muntere Daheimbleiben von verschiedenen Perspektiven aus betrachten. Zum einen werden Spieler von ihren Vereinen eventuell angehalten, auf zwei fast unbedeutende Länderspiele zu verzichten, um sich für einen noch programmintensiven Herbst zu schonen. Andererseits verspüren einige Akteure sicherlich Wehwehchen, die unter Spielbelastung aktuell zu einem größeren medizinischen Problem werden könnten.

Aber es ist auch eine Frage des Charakters, sich von Koller, mit dem man sechs Jahre zusammengearbeitet hat, mit Anstand und vor allem mit Anwesenheit zu verabschieden. Immerhin hat der Teamchef viele dieser Spieler gedeckt und nach außen hin verteidigt. Eine öffentliche Klarstellung hätte den Betroffenen schwer schaden können. Allein dafür könnten sie ihm dankbar sein und einfach nur spielen. Es spricht für Koller, dass er für die Absagen Verständnis zeigt.