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21.01.2013

Die Doofen

Die Deutsche Bundesliga startete ins Frühjahr. Was am Beginn der Rückrunde gleich wieder aufstoßen ließ, waren die Fans.

Was am Beginn der Rückrunde gleich wieder aufstoßen ließ, waren die Fans.

Bernhard Hanisch | über selbstbestimmende Fußball-"Fans"

Das sind keine Fans, die sind einfach doof.“ Die Wortwahl von Armin Veh lässt unschwer erkennen, dass der Frankfurt-Trainer ein Deutscher ist. Doch viel zu liebevoll, fast schon resignierend kommt sein „Wutausbruch“ zum neuerlichen Vorfall in einem Fußball-Stadion.

Was passiert ist? Frankfurt-Fans spielten wieder mit dem Feuer, entzündeten bengalisches Brennmaterial und schossen in Leverkusen Raketen auf das Spielfeld. Die Folgen: Frankfurt wird hart bestraft werden, möglicherweise auf eine Art und Weise, die Rapid gut kennt. Ein Geisterspiel steht auf der Liste der Sanktionen.

Noch im Dezember hatten die Liga-Verantwortlichen und der Deutsche Fußballverband ein Sicherheitskonzept verabschiedet. Einschneidende Maßnahmen, die für den wahren, lauten, aber gewaltlosen Fan nachvollziehbar als Gefahr für dessen Fankultur zu interpretieren waren. Ausgenommen: das wahrlich doofe (siehe Veh) und sture Beharren auf dem Einsatz von Pyrotechnik. Der Ruf nach „Selbstbestimmung“ war das erklärte Ziel der Proteste.

Selbstbestimmung also. Man sollte es tatsächlich die Fans versuchen lassen, ihre Probleme intern zu regeln. Sie müssen sich ja nicht irgendwo auf einer Blutwiese die Schädel einschlagen. Eine echte Bewährungsprobe, zugegeben.