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Meinung
08/20/2019

Italien zwischen Skylla und Charybdis

Wieder zeigt sich, dass die politischen Eliten eines Landes aus Dummheit oder Feigheit eine Krisensituation herbeigeführt haben.

von Wolfgang Unterhuber

Es ist wie ein Déjà-vu. Nach Griechenland befindet sich erneut ein südeuropäisches Land der Euro-Zone am Rande des fiskalischen Abgrunds. Und wieder zeigt sich, dass die politischen Eliten eines Landes aus Dummheit oder Feigheit eine Krisensituation herbeigeführt haben.

Brüssel und die EU-Staats- und Regierungschefs kann man dabei nicht ganz ausnehmen. Rein durch die ökonomische Brille betrachtet hätte Italien eigentlich (so wie Griechenland) nicht in die Euro-Zone aufgenommen werden dürfen. Denn die ökonomisch-genetische Grundstruktur des Landes unterscheidet sich im 21. Jahrhundert nicht wesentlich vom Zeitalter der Renaissance. Oft undurchsichtige Netzwerke und nahezu feudalistische Strukturen sorgen dafür, dass das Land seit Jahrzehnten nicht vom Fleck kommt.

Die innenpolitische Krise verschärft das Problem.

Ein Problem, welches ganz Europa und speziell die Euro-Zone (nach dem Motto „mitgehangen, mitgefangen“) betrifft. Allein für Österreich ist Italien der zweitwichtigste Handelspartner. Was aber tun? Eine Abwertung bzw. eine Rückkehr zur Lira würde die Strukturprobleme jedenfalls nicht lösen und auch die Schuldenbombe nicht entschärfen. Die Wahrheit lautet: Entweder Weiterwursteln mit der EZB-Nullzinspolitik, die das Land vor der Explosion bewahrt, aber dafür lähmend für ganz Europa wirkt. Oder radikale Jahrhundert-Reformen mit vollkommen ungewissem Ausgang.

Das führt wieder nach Griechenland. So musste der Sagenheld Odysseus eine Meerenge durchfahren, die zu beiden Seiten von den Ungeheuern Skylla und Charybdis bewacht wurde. Genau da muss auch Italien jetzt durch.

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