Meinung
03/05/2020

In der Endlosschleife

Die Debatte um die Ambulanzen zeigt, warum eine Reform des Gesundheitssystems unmöglich ist.

von Josef Gebhard

Zu viele Player mit unterschiedlichen Interessen, verschiedene Finanzierungstöpfe, Ineffizienz durch Doppelgleisigkeiten: Seit Jahrzehnten sind die Schwachstellen des heimischen Gesundheitssystems bekannt und werden in Endlosschleifen in Sonntagsreden beklagt. Warum sich daran nichts ändert, bekommt man dieser Tage in anschaulicher Form vorexerziert.

Da macht der ÖGK-Chef den Vorschlag, dass die Kassen enger mit den Ambulanzen kooperieren könnten. Zwei Systeme, die bisher nebeneinander statt miteinander agierten, sollen besser verzahnt werden.

Doch anstatt zumindest die Praxistauglichkeit dieser Idee auszuloten, kommt sofort ein Sturm der Entrüstung. Konkret diesmal von der Ärztekammer, die gleich vor Zerstörung der ärztlichen Versorgung warnt und dem ÖGK-Chef Inkompetenz vorwirft.

Somit ist der aktuelle Versuch einer Reform im Keim erstickt, noch ehe er im Detail ausformuliert wurde. Und man kann wieder in die Endlosschleife zurückkehren, in der man es sich so gemütlich gemacht hat, um in Sonntagsreden die Schwachstellen des heimischen Gesundheitssystems zu beklagen.