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Meinung
12/28/2020

Handelsabkommen zum Brexit: Lass’ uns Freunde bleiben

Das Aushandeln der Regeln für die künftige Partnerschaft zwischen EU und London hat gezeigt: Weit kommen die Briten nicht von der EU weg.

von Karoline Krause-Sandner

Großbritannien und die EU haben es geschafft. Die beiden Verhandlungsparteien sind aus einer Situation, die ihnen die britische Politik eingebrockt hatte, am Ende doch mit je einem blauen Auge ausgestiegen. Die Streitparteien haben auf den letzten Metern das lange unmöglich Scheinende doch noch erreicht und einen Vertrag geschaffen, der es zumindest ermöglicht, als Freunde und Partner in die Zukunft zu blicken.

Doch auch wenn man sich in der EU über das Abkommen erleichtert zeigt und Boris Johnson in London den Deal als riesigen Erfolg hinstellt, bleibt der Blick auf das große Ganze ernüchternd. Die beiden kämpften sich wie erschöpfte Läufer nach einem Marathon mit hochgerissenen Armen über die Ziellinie – und sind doch beide Verlierer: Die Briten werden nicht so sehr „die Kontrolle zurückgewinnen“, wie es ihnen die Brexiteers versprochen hatten. Die britische Wirtschaft wird – zumindest in den kommenden Jahren – leiden, weil man freiwillig den Handel mit seinem wichtigsten Partner verkompliziert hat. Und Europa, auf der anderen Seite, verliert nicht nur einen der größten Nettozahler, sondern auch sicherheitspolitisch einen wichtigen Player.

Das Wichtigste schien den Streitparteien am Ende der Verhandlungen klar geworden zu sein: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie in Freundschaft auseinandergehen und sich möglichst nahe bleiben. Briten müssen sich also weiter mit der EU beschäftigen und die EU weiter mit den Briten. Mehr als manchem wohl lieb ist.

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