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Meinung Gastkommentar
06/30/2021

Soll ich mir mein Schnitzel verbieten lassen?

Die großen Hebel in der Bekämpfung der Klimakrise

Zur Krise um die Erderwärmung wird vieles diskutiert. Bringt die angepeilte Klimaneutralität Österreichs global gesehen überhaupt etwas? Wieso sollte ich mir mein Schnitzel verbieten lassen? Fragen, die den großen Hebeln zur Lösung des Problems die Bühne stehlen. Große Hebel – gibt es die überhaupt? In einer Publikation 2020 identifizierten WissenschafterInnen gleich sechs solcher. Wenn wir diese in Bewegung setzen, steigern wir die Chancen, die Erderhitzung rechtzeitig einzudämmen.

Einige davon sind naheliegend: Förderungen fossiler Energieträger müssen gestoppt werden, Energiesysteme gehören überdacht und dezentralisiert. Selbst der OMV dürfte mittlerweile bekannt sein, dass fossile Energieträger in einer nachhaltigen Welt keine Zukunft haben. Auch die Finanzinstitutionen sind nicht zu unterschätzen! Wenn diese auf ein nachhaltiges Portfolio setzen und fossile Energien finanziell auslaufen lassen, beschleunigen sie den Weg zur Rettung unserer Lebensqualität. Ausgerechnet eine Studie der weltweit größten Investmentgesellschaft, BlackRock, zeigte auf, dass sich Divestment aus toxischen Energiesystemen wirtschaftlich immer auszahlt.

Ein weiterer Prozess wirkt ebenso stark gegen die Klimakatastrophe: Die Neuinterpretation unserer Werte und Normen in Anbetracht der Klimakrise. Einer Person kann beispielsweise Freiheit sehr wichtig sein, weshalb sie sich gegen Klimamaßnahmen stemmt. Wenn klar wird, dass die Klimakrise diese Freiheit einschränkt, dann bedarf es einer Neuinterpretation – wir müssen unsere Werte jedoch nicht vollkommen über den Haufen werfen. Sobald wir verinnerlicht haben, was auf dem Spiel steht, und bereit sind, entsprechend zu handeln, dann geht es richtig los. Erste Zeichen einer solchen Veränderung sind bereits erkennbar, so wird der Klimakrise heute deutlich mehr Beachtung geschenkt. So kommen wir direkt zum nächsten wichtigen Punkt: Klimabildung. Information hilft, Probleme zu lösen!

Sie fragen sich weiterhin, was Sie nun persönlich machen können? Bringen Sie sich ein! Schreiben Sie Ihrer Bank, dass sie ihre Öl- und Gasgeschäfte beenden soll. Fordern Sie die Partei Ihres Vertrauens dazu auf, effektive Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben (anstatt diese konsequent zu blockieren).

Sprechen Sie mit anderen über die horrenden Folgen der Klimakrise und wie sie sich heute schon auf unser Leben auswirkt – und darüber, dass wir große Teile jetzt gerade noch aufhalten können. Individuelle Konsumentscheidungen werden erst zu einem großen Hebel, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

Die großen Dinge bewegen wir gemeinsam, das war schon immer so. Wie viele wir sind, können wir der Politik am besten auf den Straßen Österreichs zeigen – also unterstützen Sie uns auf dem nächsten Streik mit Ihrer Anwesenheit. Ich bin mir sicher, dass Sie aus dem Einsatz der Klimabewegung für die Zukunft der Menschheit Kraft schöpfen werden.

Klara Butz arbeitet für Fridays for Future.

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