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Meinung
09/16/2019

Die Autogegner sollten vom Gas steigen

Fakten werden gekonnt ignoriert. Beispiel SUVs. Die sportlichen Geländeautos wurden zum Hassobjekt, weil sie angeblich zu viel verbrauchen.

von Robert Kleedorfer

Seit nunmehr vier Jahren kämpft die Autoindustrie mit einem veritablen, selbst verschuldeten Imageproblem. Der Dieselskandal schien alle Vorurteile über böse Konzerne, die tricksen und lügen, zu bestätigen. Gepaart mit dem Klimawandel ein guter Nährboden für all jene, denen die individuelle Mobilität auf vier Rädern schon immer ein Dorn im Auge war. Sie fordern vehement den Umstieg auf Öffis oder Rad, auch mit (noch sanftem) Zwang. So werden etwa Straßen rückgebaut und Parkplätze zugunsten von Radwegen vernichtet. Dass diese dann zum Teil – wie in Wien mit einem seit Jahren stagnierenden Radfahranteil – kaum genutzt werden, ist egal. Denn die Ideologie hat Vorrang.

Fakten werden zudem gekonnt ignoriert. Beispiel SUVs. Die sportlichen Geländeautos wurden zum Hassobjekt, weil sie angeblich zu viel verbrauchen und gefährlich sind. Dafür gibt es bei neuen Modellen zwar keine Belege, aber sie eignen sich bestens zur Symbolisierung einer vermeintlich überholten Verkehrspolitik. Vielen Autobesitzern ist das zum Teil von Neid geprägte SUV-Bashing herzlich egal, die Modelle verkaufen sich prächtig.

Natürlich ist auch die Industrie mit dem Boom bei Geländeautos zufrieden. Die Margen sind größer, wobei die Gewinne auch in die Entwicklung von Kleinwagen sowie in alternative Antriebe fließen. Denn die Mobilitätswende ist teuer und funktioniert nicht von heute auf morgen. Wer jetzt auf Biegen und Brechen wie in deutschen Großstädten auf absurde Fahrverbote von einzelnen Straßen setzt oder gar ein sofortiges Verbot von SUVs oder Verbrennungsmotoren fordert, wird nichts für die Umwelt erreichen. Jedoch der immens wichtigen Autoindustrie schaden und damit Zehntausende Jobs gefährden.

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