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Leitartikel
11/21/2020

Corona-Lockdown: Fragen Sie sich das auch?

Haben Sie im Lockdown auch mehr Zeit zu hinterfragen? Ertragen Sie die ständigen simplen Antworten auch nur noch schwer?

von Gert Korentschnig

Sollen wir bei unserem Fragenkatalog mal atmosphärisch beginnen?

Zählen Sie zu jener Gruppe downgelockter Menschen, denen der Zwang zum Daheimbleiben schon nach einer knappen Woche furchtbar auf die Nerven geht?

Oder fühlen  Sie sich wie mancher Diätist, dessen Körper nach ein paar Tagen Schonkost aufblüht?

Ist Ihre Angst vor einer schweren Erkrankung gegenüber März gestiegen oder gesunken?

Oder gehören Sie zu jenen, die definitiv Sorge um die Älteren haben, selbst aber ganz nüchtern mit der Virusgefahr umgehen?

Falls Letzteres zutrifft: Nervt es Sie, als Coronaleugner gescholten zu werden, nur weil Sie beim Panikorchester nicht mitspielen?

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie außer Haus gehen?

Sicher?

Unsicher?

Beobachtet?

Können Sie der These etwas abgewinnen, dass es in vielen Ostblockstaaten ähnlich gewesen sein muss wie in den Lockdown-Nächten, wenn so gut wie niemand auf der Straße ist und alle Lokale geschlossen sind?

Darf man so etwas überhaupt äußern?

Und trotz des Unbehagens angesichts der gespenstischen Stille dennoch überzeugt davon sein, dass es wichtig ist, streng gegen die Virusausbreitung vorzugehen?

Können wir, da wir ohnehin schon bei politischen Fragen angekommen sind – weil ja Politik entgegen österreichischer Usancen viel mehr ist als Reduktion auf Parteipolitik –, gleich dort weitermachen?

Wird diese Pandemie zur Erkenntnis führen, dass ein gemeinsames Ziel wichtiger ist als politisches Kleingeld?

Lernen wir irgendetwas aus dieser Krise?

Wird nun  endlich von Regierungs- und Behördenseite gemacht, was zuletzt verabsäumt wurde?

Versteht man beim Durchschreiten des Tunnels, dass Demokratie immer Widerspruch bedeutet?

Apropos Demokratie: Warum wünschen sich so viele, gerade in Krisenzeiten, einen starken Mann, wenn sie ohnehin nichts befolgen, was man ihnen sagt?

Halten Sie  Massentests für eine geniale Aktion oder für Aktionismus?

Ist die Impfung da, bevor wir alle durchgetestet sein werden?

Überhaupt: Wer soll eigentlich dieses Wir sein in einer zum Glück diversen, facettenreichen, pluralistischen Gesellschaft?

Vom Wir zum Individuum: Was sind nun Einzelne, die wir treffen dürfen?

Wie einzeln sind wir, wenn grad nicht Lockdown ist?

Wo verläuft der Grat zwischen einzeln und einsam?

Wie wichtig ist, nicht nur diesbezüglich, Weihnachten 2020  tatsächlich?

Und welche Form von Weihnachten?

Woher kommen übrigens all die Experten, die wir davor nicht kannten?

Gibt es heute noch Hürden, die ein Experte überspringen muss?

Wie wird sich der Arbeitsmarkt entwickeln?

Ist wirklich alles, was schön ist oder das Menschsein ausmacht, so wenig virusresistent: ein Glas mit Freunden, Reisen, Kultur, vielleicht sogar Fußball?

Hoffen auch Sie nicht auf Antworten?

Sind Fragen nicht ohnehin wichtiger?

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