Harald Ottawa

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06/28/2012

Das Leben des Brian

Mr. Baker: Auf den Spuren eines Tennis-Wunders. Nach sieben Jahren wieder da!

von Harald Ottawa

Für mich ist einer Geschichten, warum man Tennis liebt. Obwohl  - so etwas hat es zumindest bei den Herren noch nie gegeben. Es ist das Leben des Brian. Baker sein Nachname. Jener Baker, der am Donnerstag als Qualifikant sein fünftes Spiel in Wimbledon gewonnen hat. Nur sechs Games hat der Amerikaner in Runde zwei gegen den Finnen Jarkko Nieminen abgeben.

Dabei dürfte er gar nicht mehr auf dem Platz stehen. Fünf Jahre war er komplett abgemeldet, sieben Jahre bestritt er kein Match auf der ATP-Tour. "Jetzt genieße ich jede Minute, nehme den Sport noch ernster als andere", sagt der 27-jährige US-Spieler, der ab 22. Juli auch beim österreichischen Sandplatz-Klassiker in Kitzbühel zu sehen sein wird.

Baker weiß, wovon er spricht: Bis 2003 gewann er zahlreiche Turniere, darunter den Orange Bowl 2002, und besiegte im Laufe dieser Zeit unter anderem die späteren Top-10-Spieler Baghdatis, Berdych, Isner, Monfils, Tsonga und Wawrinka. In der Junioren-Weltrangliste stieg er bis auf Platz 2. Der Einstieg ins Profigeschäft klappte nicht schlechter, 2004 schlug er bei den US Open den regierenden Paris-Sieger Gaudio. Baker galt als Riesentalent und stand auf dem Sprung in die Top 100.

Daraus wurde nichts, weil er mehr mit seinem Körper als mit der Karriere beschäftigt war. Aufgrund anhaltender Schmerzen unterzog sich Baker Ende 2005 einer Operation an der linken Hüfte, 2006 folgte eine Leistenoperation, 2008 zwei weitere Operationen an der Hüfte sowie schließlich eine Operation am Ellenbogen. Karriere vorbei? Nichts da. Weiter gehts.

Im Juli 2011 war er wieder da und gewann sofort ein Future-Turnier. Gut, ich bin gerüstet, dachte sich Baker und probierte es im Mai erstmals nach seibenjähriger Pause wieder bei einem ATP-Turnier. In Nizza meisterte er die Qualifikation und kam bis ins Finale. Bei den French Open gewann Baker sein Erstrundenmatch in drei Sätzen gegen Malisse, gegen den er 2005 bei seinem letzten Grand-Slam-Match ausgeschieden war. "Es ist schön zu sehen, dass ich nichts verlernt habe", strahlte Baker nach seinem Sieg über Nieminen, der ihn erstmals in die Top 100 bringen wird.

Mit siebenjähriger Verspätung. Wir gratulieren recht herzlich. Und das ist ernst gemeint.

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