War auch scharf gestellt nicht wahnsinnig spannend: Die Puls4-Show "2 Minuten 2 Millionen"

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Über die Puls4-Show "2 Minuten 2 Millionen"
11/26/2013

Schlecht angelegtes Kapital im Fernsehen

Rechnen, präsentieren, feilschen. Die Start-up-Lotterie auf Puls4 macht Lust, in einen neuen Fernseher zu investieren

von Philipp Wilhelmer

Gute Ideen entstehen in der Garage. Fade Sendungen leider auch.

Philipp Wilhelmer | Über die Puls4-Show "2 Minuten 2 Millionen"

Die besten Geschäftsideen entstehen oft in der Garage: Apple, Microsoft... - viele der heutigen Könige der digitalen Welt waren einmal klein und benötigten risikofreudige Geldgeber. Ist ein Unternehmen klein, aber hoffnungsfroh, nennt man es Start-up. Die Szene boomt so stark, dass Puls4 der Versuchung erlag, daraus eine eigene Castingshow zu stricken. Heraus kam die Sendung in "2 Minuten 2 Millionen", in der Erfinder und Programmierer die Möglichkeit bekommen, vor Investoren ihre Ideen zu präsentieren. Wer ein gutes Konzept hat und dieses auch verkaufen kann, zieht im besten Fall mit einem nennenswerten Betrag von dannen, der die eigene Geschäftsidee beflügelt. Im Gegenzug bekommt der Investor Anteile am Unternehmen.

Das Problem dabei: Die fünf Business-Angels (so heißen Investoren in der Start-up-Sprache) heißen weder Dieter Bohlen, noch Peter Rapp, noch Sido. Und die hoffnungsfrohen Firmengründer und Erfinder können weder singen noch tanzen. Geldverdienen macht Spaß, Geldausgeben noch mehr, aber Businesspläne lesen ist nur für astreine Buchhalter-Naturen spannend (und selbst die haben um 20.15 Uhr Besseres vor). Ergo hat die Sendung trotz vieler Schnitte und sattsam bekannter Castingshow-Effekte (samt Cliffhanger vor der Werbepause) einfach zu wenig zu bieten. Rechnen, präsentieren, feilschen: Man bekommt selbst Lust, zu investieren - in einen neuen Fernseher.

Der einzige Bewerber, der im Gedächtnis blieb, war übrigens ein Tischler, der nach eigener Aussage "nur ein Ziel hat: Millionen Frauen glücklich zu machen". Womit? Natürlich mit einer Maschine, die wäscht UND bügelt. Weil in seiner Welt offenbar nur Frauen solche Geräte bedienen, liegt die Vermutung nahe, dass der Mann in Wahrheit eine Zeitmaschine erfunden hat und damit aus dem vorigen Jahrhundert ins Puls4-Studio geflogen ist.

FAZIT: Gute Ideen entstehen in der Garage. Fade Sendungen leider auch.

INFO: "2 Minuten 2 Millionen", Montags um 20.15 Uhr auf Puls4.

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