Meinung
02.01.2012

Anstoß: V wie Frohnaturen

Die Skispringer sind derzeit nicht nur die erfolgreichsten ÖSV-Sportler, sondern wohl auch die beliebtesten

Sie sind die Männer ohne Feinde. Nie hätten sie gedacht, dass sie ihre alpinen ÖSV-Kollegen an Popularität übertreffen würden. Doch während der Vierschanzen-Tournee hüpfen Schlierenzauer, Kofler, Morgenstern auch bei der Quoten-Jagd auf und davon. Mehr als eine Million Menschen- um 400.000 mehr als bei den letzten Ski-Rennen - sahen den Springern am Neujahrstag allein via ORF auf ihre 2,70 Meter langen Latten.

Sogar unmittelbar vor ihren Mutproben reden sie noch in Mikrofone, auch in der TV-Werbung kommen die Springer - durch die Bank - gut an. Ihr Lächeln wirkt nicht aufgesetzt, ihre unbekümmerte Art authentisch, obwohl auch dahinter gezielte Arbeit steckt. Die Naturburschen bekamen Schauspielunterricht, selbst ein Humorberater wurde engagiert. Im Moment aber machen sich über sie nicht einmal sportfremde Honorarkritiker lustig.

Erst wenn Schlierenzauer alle vier Springen gewinnt, könnte sich Unmut regen im Nörgler-Land. Dann würde er wohl auch keine Feinde haben, aber Neider. Ein Vierfach-Triumph wird mit 822.000 Euro belohnt.