Journalistin Mesale Tolu in der Türkei freigesprochen

Tolu wird Terrorunterstützung vorgeworfen
Tolu war Ende April 2017 in Istanbul festgenommen worden und saß mehr als sieben Monate lang gemeinsam mit ihrem Sohn in Untersuchungshaft.

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu ist zum Abschluss eines Prozesses in der Türkei freigesprochen worden. "Nach 4 Jahren, 8 Monaten und 20 Tagen: Freispruch in beiden Anklagepunkten!", twitterte Tolu am Montag nach der Urteilsverkündung in Istanbul. Tolu und ihr Ehemann Suat Corlu nahmen nicht an der Verhandlung teil. Sie sind bereits 2018 und 2019 nach Deutschland zurückgekehrt.

Die Staatsanwaltschaft hatte Tolu, ihrem Ehemann und anderen in der ursprünglichen Anklage unter anderem Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) sowie Terrorpropaganda vorgeworfen. Die MLKP gilt in der Türkei als Terrororganisation.

"Kann die Zeit in Haft nicht wiedergutmachen"

Tolu war Ende April 2017 in Istanbul festgenommen worden und saß mehr als sieben Monate lang gemeinsam mit ihrem Sohn in Untersuchungshaft. Nachdem sie zunächst aus der Haft entlassen worden war, hob ein Gericht im August 2018 überraschend die Ausreisesperre gegen sie auf. Tolu verließ daraufhin das Land, das Gerichtsverfahren lief aber weiter. Nach der Urteilsverkündung machte Tolu ebenfalls auf Twitter bezüglich der Haft folgende Aussage: "In einem Rechtsstaat wäre es zu solch einem Prozess gar nicht erst gekommen. Das Urteil kann die Repressionen und die Zeit in Haft nicht wiedergutmachen."

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