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Lifestyle wohnen
11/12/2019

Carola Bestetti: "Gutes Design braucht gute Kommunikation"

Carola Bestetti führt Living Divani in zweiter Generation. IMMO erklärt sie, warum gute Qualität nicht mehr gut genug ist.

von Julia Beirer

KURIER: Herzliche Gratulation zum 50. Firmenjubiläum von Living Divani. Wie wird das gefeiert?

Carola Bestetti: Vielen Dank. Die Feier hat im April begonnen am Salone del Mobile. Dort haben wir auch die 30-jährige Zusammenarbeit mit Piero Lissoni zelebriert. Jetzt feiern wir weiter mit Events rund um den Globus.

Sie haben die Firma von Ihren Eltern übernommen. Wollten Sie nie etwas anderes machen?

Als ich jung war, wollte ich Anwältin werden. Können Sie sich das vorstellen? Ich nicht (lacht). Als ich aufgewachsen bin, habe ich mehr in der Firma gelebt als in unserem Haus. Ich glaube Living Divani ist in meiner DNA.

Daher habe ich mich entschieden, die Möglichkeit zu nutzen und Seite an Seite mit meinen Eltern zu arbeiten. Ich reise viel, komme mit interessanten Menschen in Kontakt, lerne verschiedene Kulturen kennen und ich habe täglich mit Schönheit und Ästhetik zu tun. Dieser Aspekt war sehr wichtig für mich.

Wie haben Sie die Firma verändert?

Wir waren in den 2000er Jahren, als ich gekommen bin. Die Digitalisierung war in vollem Gang. Früher haben drei Fotos gereicht, um den Verkauf zu starten. Soziale Medien haben für meine Eltern keine Rolle gespielt, sie haben ja noch nicht existiert.

Was ich reingebracht habe, ist das Wissen, dass es nicht mehr genug ist, ein Unternehmen zu sein, das qualitative hochwertige Möbel herstellt. Kommunikation ist mittlerweile ein großer Teil des Geschäfts. Richtig kommuniziert lässt sich alles verkaufen.

Living Divani arbeitet seit 30 Jahren mit Designer Piero Lissoni zusammen. Wie hat er die Firma geformt?

Als er begonnen hat mit meinen Eltern zusammenzuarbeiten, hat er die Position eines Art Directors eingenommen. Er wollte nicht nur ein Produkt designen, sondern die ganze Firma. Vor meinem Eintritt war daher alles sehr „Lissoni-zentriert“.

Ich habe entschieden, dass wir verschiedene Vorschläge zulassen und Piero nicht alle Produkte designen soll. Es war wichtig, Entwürfe zu finden, die überzeugend und konsistent sind zu dem, was Living Divani ist – dank Piero.

War es schwierig für Piero Lissoni zu akzeptieren, dass es zukünftig auch andere Designer geben wird?

Am Anfang war es nicht leicht. Es war ein langer Prozess. Er war sehr eifersüchtig, aber er ist auch eine intelligente Person und hat eingesehen, dass er sich nicht rund um die Uhr um Living Divani kümmern kann, weil er auch Aufträge von anderen Unternehmen hatte.

Es hat wahrscheinlich geholfen, dass Sie sich schon lange kennen.

Ja Piero ist wie ein älterer Bruder für mich und unter Geschwistern herrscht manchmal eine Hassliebe. Aber ich schätze ihn sehr. Ich habe viel von ihm gelernt.

Ist es schwieriger, mit jungen oder etablierten Designern zu arbeiten?

Beides hat positive und negative Aspekte. Es kommt eigentlich immer auf die Person an. Die jüngere Generation kennt die Technologie und kann Produkte theoretisch entwerfen. Sie wissen aber oft nicht, wie sie gemacht werden und worauf es ankommt, wenn man mit Materialien arbeitet. Wir versuchen das zu erklären. Bei etablierten Designern kann es dafür schon einmal vorkommen, dass sie Kritik nicht gut aufnehmen.

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