Leben
14.11.2016

Wie man Hunde fleischlos ernährt

Vegane Ernährung eignet sich nicht für alle Haustiere. Wie die Diät funktioniert.

Katzen sind Fleischfresser, ein Leben lang rein pflanzliche Kost ist wider ihre Natur, tierisches Eiweiß hält sie gesund, Ersatzstoffe für die vielseitigen Aminosäuren können nicht mithalten. Hunde sind Allesfresser. Die Nachfahren der Wölfe vertragen immer noch, was sich im Magen von Beute-Maus, Hase und Wiederkäuern befindet. Auch Beeren, (Fall)obst und Gemüse sind willkommen.

"Hunde kann man vegan ernähren", sagt Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wie die Diät funktioniert, wo die Gefahren liegen und was die Alternativen sind.

Lebensstil & Weltanschauung

Veganismus ist eine Einstellung, ein Lebensstil: Veganer lehnen die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ab. Sie verzichten aus ethischen, gesundheitlichen, ökologischen oder religiösen Gründen auf Fleisch, Fisch, Milch, Eier und Honig. Wer selbst vegan isst, will das mitunter auch für sein Haustier.

Soja als Ersatz für tierisches Eiweiß

"Erwachsene Hunde brauchen nicht zwingend Fleisch", sagt der Zoodoc aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Bei ihnen kann der Bedarf an tierischem Eiweiß anders gedeckt werden. Soja steht zwar nicht auf ihrem natürlichen Speiseplan. In Fertigdiäten wird es aber häufig verwendet, da es hochwertiges Protein liefert. Hülsenfrüchte enthalten ebenfalls erstklassiges pflanzliches Eiweiß, im Übermaß verursachen Bohnen und Linsen bei Hunden jedoch unangenehme Blähungen.

Künstliche Zusatzstoffe

Sojaprodukte, die eventuell aus gentechnisch manipulierten Pflanzen hergestellt sind und in der Regel weite Transportwege hinter sich haben, müssen nicht sein. Nahrungsergänzungsmittel, vor allem Vitamine, beugen Mangelerscheinungen vor. "Die künstlichen Zusatzstoffe entsprechen aber nicht unbedingt der veganen Lebenseinstellung von natürlich und nachhaltig", sagt Reitl.

Fachtierärzte

Beim Erstellen von veganen Menüs – selbst gekocht und aus der Dose – kann es rasch zu Fütterungsfehlern kommen. Die Rationen müssen daher unbedingt von einem Fachtierarzt für Diätetik überprüft werden.

Hündische Kaninchen

"Veganer, bei denen ökologische Motive im Vordergrund stehen, können überlegen, Bio-Fleisch aus der Region zu beziehen", sagt Reitl. Der KURIER-Tiercoach hat für überzeugte Veganer, die das Halten von Heimtieren aus Zuchten grundsätzlich ablehnen, aber ein Herz für (Tierheim-)Tiere haben, noch einen Denkanstoß: "Kaninchen leben von Natur aus vegan. Sie können sehr ,hündisch‘ sein in ihrem gesamten Verhalten."

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