Leben
05.12.2018

Vermeintliches Anti-AfD-Plakat von Coca Cola erregt Aufsehen

Das Plakat, mit dem der Softdrinkhersteller gegen die rechtspopulistische Partei mobil machte, entpuppte sich als Fälschung.

"Für eine besinnliche Zeit: Sag' Nein zur AfD!": Mit diesem Slogan griff der Getränkekonzern Coca Cola kürzlich die Alternative für Deutschland (AfD) auf einem Werbeplakat an – allerdings nur vermeintlich. Die Werbung entpuppte sich als Fake.

Täuschend echt

Auf den ersten Blick war dies jedoch nicht zu erkennen: Immerhin war der Werbebanner mit einem Bild des Coca-Cola-Weihnachtsmannes und dem Logo des Konzerns versehen. Dementsprechend groß war auch der Wirbel rund um das täuschend echt wirkende politische Statement des Unternehmens.

"Ist das echt?"

Die Meldung über das am Lützowplatz in der Nähe der CDU-Zentrale in Berlin aufgestellte Plakat erreichte auch die AfD. Der stellvertretende Vorsitzende der AfD Sachsen, Maximilian Krah, machte seinem Ärger über die Aktion via Twitter Luft.

In zwei Postings hielt er auf Deutsch und Englisch fest, dass die AfD die größte Oppositionspartei in Deutschland sei und Donald Trump politisch nahe stehe. Er stelle außerdem die Fragen: "Ist das echt? Falls nein: Was tun Sie dagegen?"

Die erste Frage wurde von Coca Cola Deutschland umgehend mit "nein" beantwortet, berichtet die Tageszeitung taz. "Auf der Grundlage eines mehrere Jahre alten Weihnachtsplakats hat jemand diese Botschaft selbst gebastelt", hieß es demnach dazu in einer klärenden E-Mail.

Wer hinter der als Coca-Cola-Werbung getarnten Protestaktion steckt? Laut taz ist der Banner Teil der Kampagne #AFDentskalender, eine Initiative von Aktivisten. Mit 24 Aktionen will man in der Weihnachtszeit Bewusstsein für die Themen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz schaffen. Das Anti-AfD-Plakat markiert den Auftakt de Kampagne.

"Nicht jedes Fake muss falsch sein"

Auch die zweite Frage von Maximilian Krah ("Was tun Sie dagegen?") an Coca Cola blieb nicht unbeantwortet. Patrick Kammerer, Director Public Affairs & Communications bei Coca Cola Deutschland, teilte auf seinem Account ein Bild des Plakats und kommentierte es mit der Worten: "Nicht jedes Fake muss falsch sein."

Kammerers Bild wurde wiederum vom offiziellen Twitter-Account von Coca Cola Deutschland retweetet. Die direkt, indirekte Botschaft dahinter zu interpretieren, bleibt wohl jedem selbst überlassen.

Für Maximilian Kramer scheint die Message jedoch auf der Hand zu liegen. "Der Kommunikationsdirektor von @CocaCola_De freut sich über den Missbrauch der Marke @CocaCola - was läuft in unserem Land eigentlich schief? Kein Amerikaner in vergleichbarer Position würde derlei Unsinn verzapfen", prangerte er auf Twitter an.