Leben
24.05.2018

Befriedigend: So benoten Eltern Österreichs Schulen

In einer Umfrage beklagt die Mehrheit der Eltern von 10- bis 19-Jährigen den Leistungsdruck.

Zeugnisverleihung für Österreichs Bildungssystem. Erstmals rief das Nachhilfeinstitut LernQuadrat in Zusammenarbeit mit dem „Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens die Eltern von Kindern zwischen 10 und 19 Jahren zur Zeugnisvergabe für die Schulen auf: Am besten kamen dabei die Lehrinhalte weg (2,13), auch die Lehrer (2,26) werden überwiegend als gut eingeschätzt. Das Benotungssystem wird im Schnitt mit 2,28, Terminkoordination und Schülerzahl mit 2,35, die Räumlichkeiten mit 2,53 bewertet. Am negativsten sehen die Eltern das „Schulsystem insgesamt“ (Note 3,07). Auch mit der Schulpartnerschaft sind nur 34,4 Prozent der Befragten zufrieden. Generell urteilen Eltern älterer und schlechterer Schüler kritischer als die anderen.

 

Die Liste wichtigen Schulfächer führt bei den Eltern Englisch an (68,4 Prozent), gefolgt von Deutsch (65,0 Prozent) und Mathematik (51,6 Prozent). Danch gibt es – wie auch bei einer vergleichbaren Schüler-Umfrage vor zwei Jahren – eine riesige Lücke. Geschichte hält nur jeder Zehnte für wichtig, danach folgen Informatik (8,6 Prozent), Geografie (7,0 Prozent) und Sport (5,4 Prozent). Auf der Liste der verzichtbaren Fächer stehen Religion (20,2 Prozent) und Kunst: Bildnerische Erziehung (13,6 Prozent) und Musik (12,8 Prozent). Stattdessen wünschen sich die Eltern mehr politische Bildung, mehr Digitalunterricht und eine bessere Vorbereitung auf das Alltagsleben und soziale Kompetenzen.

Zu viel Stoff

Die Umfrage beschäftigte sich auch mit dem Thema Leistungsdruck. „62 Prozent der Eltern denken, dass der schulische Druck für ihre Kinder hoch ist. Mehr als ein Drittel empfindet den Lernstoff als zu umfangreich“, berichtet LernQuadrat-Geschäftsführer Konrad Zimmermann. Knapp die Hälfte dieses Stoffes sei  für die Zukunft ihres Nachwuchses von Bedeutung. Dennoch muss jeder zweite Schüler bei mangelnder Leistung mit Konsequenzen seitens der Eltern rechnen. Die Palette der Maßnahmen reicht vom Handyverbot bis zur Nachhilfe, geben sie an.

„Nachhilfe bekommen aber längst nicht nur die gefährdeten Schüler“, betont Zimmermann. So erhielten laut Umfrage im letzten Schuljahr 41 Prozent der Schüler zumindest fallweise Nachhilfe, je zur Hälfte im privaten Rahmen oder in einem Nachhilfeinstitut. Und immerhin 35,5 Prozent der Eltern guter Schüler berichten von Nachhilfestunden für ihre Kinder.

Durchschnittlich beschäftigen sich Österreichs Schüler nach Einschätzung ihrer Eltern knapp 12 Stunden pro Woche mit dem Lernen außerhalb der Schule, kommen also in Summe oft auf mehr als eine 40-Stunden-Woche.