© Benjamin Sterbenz

Spielkonsole
02/21/2013

Das kann die PlayStation 4

In der Nacht auf Donnerstag präsentierte Sony in New York sein neues Spielkonsolen-Flaggschiff.

von Benjamin Sterbenz

Mittwoch Punkt 24 Uhr war es soweit. Sony beendete die Spekulationen um seine neue Konsole. Der japanische Konzern enthüllte die PlayStation 4 – oder besser gesagt, das Konzept dahinter. Während das reale Gerät nicht gezeigt wurde, sprach Sony viel über die Technik im Inneren und welche Stärken sie ausspielen soll.

PlayStation 4 ist ein aufgemotzer PC

Im Grunde handelt es sich bei der neuen PlayStation 4 um einen aufgemotzten PC. Sony selbst spricht von einem „supercharged PC" mit einem schnellen 8-Kern-Prozessor von AMD (Jaguar), einer AMD-Highend-Grafikkarte und 8GB Arbeitsspeicher (GDDR5). Hinzu kommt eine große Festplatte, wobei Sony exakte Größen schuldig blieb. Ein Blu-ray-Laufwerk (6-fach) ist ebenfalls an Bord wie USB 3.0, WLAN und Bluetooth. Die Grafikkarte soll laut Sony auch befähigt sein, komplexe physikalische Vorgänge zu berechnen. Zusätzlich ist ein Extra-Prozessor verbaut, der Internet-Aufgaben übernimmt und Multitasking ermöglicht. Er lädt im Hintergrund Updates oder Spiele herunter und sorgt für Vernetzung und Kommunikation mit Freunden.

Controller geht ein Licht auf

In Sachen Hardware wurde lediglich der neue Controller vorgestellt, dessen Konzept schon im Vorfeld durchgesickert ist. Dabei handelt es sich um einen überarbeiteten und erweiterten PS3-Controller, der Ideen von Nintendo und Microsoft aufgreift. Einerseits hat er in der Mitte zwischen den Steuersticks ein Touchpad integriert, andererseits hat er Sensoren verbaut, die präzise Bewegungssteuerung ermöglichen. Erstere Funktion ist am besten mit dem Touchpad eines Notebooks zu vergleichen. Es erlaubt genaue Eingaben mit dem Finger. Letztere Funktion kombiniert Bewegungs- und Lagesensoren mit einer Lichtleiste, die wie die Bewegungssteuerung Move der PS3 arbeitet. Eine neue Stereo-Kamera an der PS4 erfasst die Lichtleiste und somit die Bewegung des Controllers im Raum und setzt diese dreidimensional im Spiel um. Die Kamera kann auch Videos in 1280x800 mit 60 Bilder/Sekunde aufnehmen sowie über vier Mikrofone Geräusche erfassen.

Während die ikonischen Knöpfe (X, Viereck, Kreis, Quadrat) gleich bleiben, hat sich sonst einiges getan. Das Steuergerät wirkt insgesamt eine Spur größer und ist runder. Es hat einen Anschluss für Kopfhörer sowie einen Lautsprecher integriert. Für Sony am wichtigsten scheint jedoch der neue Share-Knopf links neben dem Touchpad. Damit können Videos, Screenshots und ähnliches mit Freunden geteilt werden.

PlayStation4

PlayStation4

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Sony wird sozial

Kaum überraschend ist der Fokus auf soziale Aspekte, laut Sony das „Herzstück der PlayStation 4". Wie bereits bei der Xbox kann Sonys neues Spielgerät mit Facebook, Twitter und anderen Plattformen verknüpft werden. Hinzu kommt das eigene Netzwerk, das drastisch ausgebaut wurde. Über all diese Portale können Spieler Szenen aus dem Spiel teilen. Die PS4 zeichnet hierfür immer die letzten Minuten des Spielgeschehens als Video auf. Passiert hier etwas Spektakuläres, kann man daraus die entscheidende Szene herausschneiden und mit Freunden online teilen. Zudem ist es möglich, anderen Spielern live zuzusehen, etwa um zu lernen, wie sie schwierige Passagen meistern. Andererseits kann man Freunde bitten, ins eigene Spiel einzusteigen, um die eigene Figur zu übernehmen oder um ein Hindernis zu überwinden.

Die totale Überwachung des gläsernen Spielers

Überhaupt setzt Sony stark auf die Internet-Komponente – auch weil in den vergangenen Jahren hier viel Terrain gegenüber der Xbox360 verloren wurde. Was auffällt: Sony betont, dass im Sony Netzwerk reale Namen und reale Personen im Vordergrund stehen. Pseudonymen steht man eher kritisch gegenüber. Fast schon unheimlich mutet eine neue Funktion an, die die Bequemlichkeit der Konsole unterstreichen soll.

Sony verkauft die totale Überwachung unter der Etikette Personalisierung. Die PlayStation 4 überwacht den Spieler, dessen Vorlieben und Abneigungen und protokolliert sein Verhalten. Im Zuge der Demonstration wurde auch erwähnt, dass die Konsole immer weiß, was im Raum vor sich geht. Dadurch soll im Idealfall die PlayStation 4 schon vor dem Spieler selbst wissen, welches Spiel er als nächstes kaufen wird – und lädt es bereits herunter. Ob diese Funktion verpflichtend ist, ließ Sony unbeantwortet.

Apps für Tablets und Smartphones

Ein weiterer Netzwerk-Aspekt ist jener der Second Screen. Wie bei Nintendos Wii U kann man ein PS4-Spiel auf der tragbaren Konsole PS Vita nahtlos fortsetzen. Die PS4 wird dabei zum Server, der den Spielinhalt auf die Vita streamt. Des Weiteren kann das Spielerlebnis auf Smartphones, Tablets und PCs ausgeweitet werden, wie dies schon Xbox mit Smartglass vorgezeigt hat. Dafür installiert man sich Apps am Handy oder Tablet und bekommt weitere Perspektiven oder Inhalte, die das eigentliche Spiel ergänzen.

Laut Sony habe sich Markt geändert und man versuche nun, sich diesen neuen Gegebenheiten anzupassen. Die Konsole ist nur mehr eines von vielen Spielgeräten, neben Smartphone, PC und Tablet. Man wolle alle Trends vereinen, das Spielerlebnis auf allen Plattformen vereinheitlichen und als Sieger aus dieser schwierigen Übergangsphase hervorgehen. Sony zeichnet eine Welt, in der sich die Spielewelt nahtlos über die verschiedensten Geräte erstreckt.

Wolken am Spielerhimmel

Eine wichtige Stellung nimmt hier das Cloud Gaming ein. Dabei werden die Spiele nicht auf der Konsole installiert und gestartet, sondern von einem Server im Internet abgerufen. Man ist also nie in Besitz des Spiels, sondern bezieht im Endeffekt eine Videoübertragung, die auf die Eingaben des Controllers reagiert. Sony hat 2012 hierfür die Firma Gaikai gekauft.

Bei der neuen PlayStation 4 wird die Technik in mehrfacher Weise eingesetzt. Einerseits werden so PlayStation-3-Spiele, die nicht nativ unterstützt werden, zugänglich gemacht; anfangs für die PS4, später soll das Service auch auf anderen Geräten angeboten werden. Andererseits werden so Demos zur Verfügung gestellt. Künftig muss man Spiele zum Ausprobieren nicht mehr herunterladen und installieren, sondern man steigt via Streaming ins Geschehen ein. Dies hat den Vorteil, dass man sofort loslegen kann. Auch kann man ein gekauftes Spiel bereits starten und spielen, während es im Hintergrund komplett heruntergeladen wird. Dieser Aspekt der Schnelligkeit – Starten und Laden soll im Moment geschehen - wurde von Sony mehrmals unterstrichen.

Schnelle Leitung ist Pflicht

Wie sich die Funktion im Alltag schlägt, muss sich jedoch erst weisen. Denn der Kunde braucht eine schnelle Internet-Leitung (ein Stream in 720p verlangt nach 5MBit/s). Sony selbst will „das schnellste Netzwerk der Welt" aufbauen, damit es seitens des Konzerns keine Aussetzer gibt. Wie weit Sony mit seinen Plänen für eine stabile und verlässliche Infrastruktur ist, ließ der Konzern während der Präsentation jedoch offen. Das Vertrauen in die Online-Ambitionen ist seit dem katastrophalen Hack im Jahr 2011 weiterhin angeschlagen.

PlayStation 4 zur Weihnachtssaison

Ab Winter 2013 soll man diese laut Sony neue Art des Spielens erleben können. Dann soll die PlayStation 4 auf den Markt kommen. In welchen Ländern und zu welchem Preis wurde nicht erwähnt.

Welche Spiele für die PS4 geplant sind, lesen Sie auf futurezone.at

Sony im PS4-Fieber

Teaser

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