Der ehemalige Landsitz von Prinz Eugenzählt zu den größten Schlossanlagen Österreichs.

© Kurier/Jeff Mangione , Jeff Mangione

Herrschaftszeiten
04/30/2015

Schloss Hof lädt zur Prinz Eugen-Schau

"Der Krieger, die Witwe und ihr Sohn" zeigt den Starkult und den Umgang mit Eugens Erbe.

von Martin Burger

Prinz Eugen – 1663 in Paris geboren, 1736 in Wien gestorben – war der Superstar seiner Zeit. Durch seine militärischen Erfolge im Dienst der Habsburger machte der aus Frankreich geflohene Savoyer ein Vermögen. Eugen war ein PR-Genie in eigener Sache und die von ihm erdachten Legenden halten sich bis heute: über seine verlorenen Schlachten, das Wüten der österreichischen Soldateska. Über die fehlende Nachhaltigkeit seiner Heeresreformen und seinen diskutablen Kunstgeschmack, davon hört man bis heute so gut wie nichts. Andererseits wurde Eugen selbst immer wieder Opfer propagandistischer Ausschlachtung.

Zum Beispiel in dem 1952 von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Science-Fiction-Film "1. April 2000", u.a. mit Hans Moser. Da tritt Prinz Eugen vor das Weltgericht und gesteht, er habe den Osten erobern wollen, doch der friedliebende Kaiser habe ihn zurückgehalten. Ein Ausschnitt aus diesem Film, mit dem die Besatzungsmächte von der Friedfertigkeit der Österreicher überzeugt werden sollten, wird heuer auf Schloss Hof in der Ausstellung "Der Krieger, die Witwe und ihr Sohn" gezeigt. Den Umgang der Nachwelt mit dem Erbe des Savoyers bringt Kurator Dieter Bogner auf die Formel "Prinz Eugen passt immer".

Stilmix

Die Ausstellung lässt Eugen mit den Habsburgern Maria Theresia und Joseph II., die nach ihm Schloss Hof besaßen, in einen gedachten Dialog treten. Man hört die unterschiedlichen Geschmäcker ihrer Zeit heraus. Über sein Schlafzimmer könnte Eugen gesagt haben: "Mein Schlafzimmer: der Gipfel an Pracht! Nur ganz besondere Gäste empfange ich hier!" Maria Theresia wollte von ihrem Bett aus nicht Hof halten. Sie bestimmte das Vorzeige-Schlafzimmer des Prinzen als "gemütliches Sitzzimmer".

Die feudalen Gemächer in der Beletage von Schloss Hof sind weder eindeutig Eugen zuzurechnen, noch sind sie 100-prozentig mariatheresianisch. Die Regentin ließ zwar die dunkle Vertäfelung Eugens durch Wandbespannungen aus exotischen Stoffen ersetzen, doch einige Stoffe aus Eugens Besitz wurden wiederverwertet. Die Erklärung des Schloss-Erhalters Joseph II.: "Billiger ist das allemal."

Nach 300; Jahren begrüßt Prinz Eugen wieder seine Gäste und begleitet sie durch sein geliebtes Landschloss. Schon beim Eingang zur Ausstellung „Der Krieger, die Witwe und ihr Sohn“ tritt der Genius loci den Besuchern mit einem Augenzwinkern gegenüber und führt ihn durch die Prunkräume des Schlosses.

Eine spezielle Familienführung gibt es an jedem 1. Sonntag des Monats, also auch am 3. Mai. „Schloss Hof entdecken“ ist eine interaktive Entdeckungstour für Groß und Klein. Beginn 10.30 Uhr, Preis pro Person 3 €.

Dauer 16. 3.–2. 11. 2015, täglich 10–18 Uhr, www.schlosshof.at

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