Die Papaya ist eine wichtige tropische Nutzpflanze. Verhüten kann man mit ihr nicht.

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Leben
06/13/2019

Papaya bis Feige: Userin regt mit Tweet über "natürliche" Verhütung auf

Das Netz liefert nicht nur vertrauenswürdige Informationen. Bestes Beispiel: Ein Tweet über angeblich natürliche Verhütungsmittel.

Ungewollten Schwangerschaften beugt man mit verlässlichen Verhütungsmitteln vor. Dazu zählen etwa das Kondom, die Antibabypille, die Dreimonatsspritze oder das Kupferkettchen.

Garantiert nicht verhüten kann man mit Papayas, Feigen, Polei-Minze oder Vogelknöterich. Eine Liste mit diesen und anderen absurden, vermeintlich wirksamen Verhütungsmitteln hat eine Userin vergangene Woche auf dem Kurznachrichtendienst Twitter geteilt.

Dubioser Tweet

Userin Bria Badu aus dem US-Bundesstaat Atlanta teilte eine Grafik mit unterschiedlichen Früchten und Kräutern, die sie als "natürliche Möglichkeiten zur Empfängnisverhütung" anpries.

Bei dem grafischen Element handelt es sich laut Recherchen der Plattform The Daily Dot um eine Infografik einer Website für Hausmittel. Dort finden sich weitere, ähnlich dubiose Ratschläge – etwa gegen Ovarialzysten oder Geschlechtskrankheiten.

Verbreitung von Fehlinformationen

Auf Twitter reagierten Experten verstört auf den mittlerweile gelöschten Tweet von Bria Badu. Dieser hatte binnen kürzester Zeit viele Likes erhalten und war zehntausende Male geteilt worden.

Botaniker James Wong forderte Badu dazu auf, den Tweet sofort zu löschen, um die weitere Verbreitung von Fehlinformationen zu verhindern. "Als Botaniker kann ich Ihnen sagen, dass dieser Tweet mit Tausenden Shares zum Tod von Frauen führen könnte", twitterte er.

Erwiesenermaßen gefährlich

Nathaniel DeNicola vom US-Fachverband der Gynäkologen nannte die aufgestellten Behauptungen im Interview mit The Daily Dot ebenfalls "gefährlich" und "irreführend".

"Es gibt eine Vielzahl von Verhütungsmöglichkeiten, um die Bedürfnisse von Frauen zu befriedigen. Es gibt also keinen Grund, Fehlinformationen über sogenannte natürliche Verhütungsmittel auszutauschen, die entweder unwirksam oder, schlimmer noch, erwiesenermaßen gefährlich sind", sagte DeNicola.

Polei-Minze werde dem Mediziner zufolge etwa in Pestiziden verwendet und "sollte überhaupt nicht konsumiert werden".

Patienten, die mehr über Verhütungsoptionen erfahren wollen, sollten bei ihrem Gynäkologen oder ihrer Gynäkologin nachfragen, anstatt sich auf Twitter kundig zu machen. "Wichtig ist, dass Frauen keinen medizinischen Rat von substanzlosen Grafiken im Internet erhalten", stellte DeNicola klar.

Der Fall erinnert an einen Online-Artikel, in dem die Frauenzeitschrift Marie Claire vor einigen Monaten Petersilie als menstruationsfördernd pries. Ärztinnen schlugen damals Alarm und warnten eindringlich vor dem Einführen der Pflanze in die Scheide.