Kiku
09.09.2016

Fallende Brettchen und "fliegende" Kugeln

Kinder bauen mit dem Sciencecenter Netzwerk eine Kettenreaktionsmaschine - erstmals Outdoor. KiKu-Lokalaugenschein mit vier Dutzend Fotos und einem Video.

Holzbrettchen, die viele an Dominostein erinnern – nur ohne Punkte, Kartonröhren, Schachteln, Trinkbecher, Kugeln, Schnüre und noch so manch andere Teile liegen und stehen bereit. Rejanna, Alberto, Meli, Ismail, Adam. Olaa und gut ein Dutzend, immer wieder wechselnder Kids baut mit den Explainer_innen des ScienceCenter Netzwerks wie Lena, Dilek und anderen an einer „Maschine“. Ort des Geschehens: Der volkertplatz in Wien-Leopoldstadt – zwischen Markt, Spielplatz und JugendZentrum.

Was soll die können?, fragen einige Vorbeikommende.

Nun, diese Maschine stellt nichts im klassischen Sinn her. Aber sie soll oder muss funktionieren wie eine große Maschine. Am Beginn angestoßen, setzt sich der Impuls fort – von Teil zu Teil und im Nu fällt der letzte Stein am Ende der Runde. Und das ist nicht immer einfach. Rejanna hockerlt am Boden und stellt ein Holzbrettchen nach dem anderen senkrecht auf – eben wie beim bekannten Dominostein-Parcours. Immer wieder kommt’s vor, dass die Kettenreaktion in diesem Teilbereich schon angestoßen wird, bevor alles fertig ist. Da zeigt ihre eine der Explainer_innen einen „Trick“: Nach einigen „Steinen“ einen Abstand lassen und zwei Brettchen flach auf den Boden legen. Dann fällt nicht gleich die ganze gebaute kurvige Schlangenlinie.

Tüftlereien

An zwei anderen Stellen gilt es, viel zu tüfteln, weil die Versuchen nicht auf Anhieb hinhauen. So sollen die ersten Brettchen auf einem Tisch eine an einer Schnur befestigte Kugel vom Dach eines Kartontunnels runterpendeln lassen. Die wiederum muss eine größere, schwerere Kugel anstupsen, die dann über eine halboffene Kartonröhre eine Ebene tiefer rollt, nach einem langen Weg weitrere Brettchen stürzt, deren letztes auf eine Wippe fällt, die eine Kugel sogar eine Ebene hinaufschleudern soll... am Ende, so schläft Olaa vor, „soll auf einer Plastikflasche, die an einer Schnur vom Sonnenschirm baumelt, eine Nadel mit Klebestreifen angepickt werden, die dann einen mit Wasser gefüllten kleinen Luftballon sticht – und dann platz die Wasserbombe.“ Allerdings ist keine Nadel da, die Wasserbombe „überlebt“ vorerst, bis sie nach der mehrmals verschobenen ablaufenden Kettenreaktion auch so zu Boden fällt und platzt.

Olaa ist aber jene, die die ganze Kettenreaktion in Gang setzt. In ihren Rollerskates steht sie kurz vor dem Tisch, wird angestupst, rollt langsam auf den Tisch zu, stößt mit der Hand ein hölzernes Fahrzeug an und dieses kippt das erste Brettchen ;)

Erstmals Outdoor

Das ScienceCenter Netzwerk hat schon mehrmals mit Kindern an Kettenreaktionsmaschinen gebaut – bisher aber nur Indoor. Mit der jetzigen Aktion wollen die Wissenschaftsvermittler_innen neben den „Wissensräumen“, die sie bewusst in Randbezirken vorübergehend „bespielen“, auch ganz nach draußen gehen – zum Beispiel auf diesen öffentlichen Platz. Wer vorbeikommt kann einfach mitmachen!

Infos

Noch am Samstag, 10. September, ab 13 Uhr
1020, Volkertplatz – zwischen Markt und JugendZentrum
www.science-center-net.at

Rund vier Dutzend Fotos vom Bau und der Kettenreaktion