© Heinz Wagner

Kiku
06/27/2012

Kreativ für Solidarität & für Fairness

Zwei Tage gehörte die Halle E im Wiener MQ Kindern und Jugendlichen, um Projekte gegen Gewalt vorzustellen.

von Heinz Wagner

Seid’s schön brav, tut’s nicht miteinander streiten – dass solches nicht wirklich viel bringen würde, liegt auf der Hand. Dass Gewalt auch in Schulen eine Rolle spielt ebenso. Neben Peer-Mediation und anderen Maßnahmen sind vor allem zwei größere Projekte unter dem „Dach“ der „Weißen Feder“ dem Bildungsministerium und Claudia Schmied persönlich ein großes Anliegen.
Heuer wurden an zwei Tagen Fairness-Award sowie Produktionen von Macht|Schule|Theater in großem Rahmen gewürdigt und gefeiert. Im Wiener MuseumsQuartier standen am Montag jene Klassen und zwölf Schulen im Zentrum, die  vorbildliche faire Projekte und Verhaltensvereinbarungen durchgeführt bzw. beschlossen hatten (siehe Fotostrecke weiter unten).
Tags darauf zeigten Jugendliche stellvertretend für 1000 beteiligte Schülerinnen und Schüler Ausschnitte von Stücken, die sie gemeinsam mit Theaterprofis erarbeitet hatten. Macht|Schule|Theater ist gemeinsam mit dem Dschungel Wien aus einer kleinen Initiative entstanden. Die Ministerin sagte wachsende Unterstützung zu, in fünf Jahre wünsche sie sich den Abschluss in der Wiener Stadthalle.

"15 Minuten Ruhm!"

Vorrang für gute Nachrichten, wenigstens hin und wieder – das wünscht sich Bildungsministerin Claudia Schmied. Sie wohnte der gesamten zweistündigen Preisverleihung der Fairness-Awards sowie der fast dreistündigen Gala der Ausschnitte aus Macht-Schule-Theater-Stücken bei. Wie schon in der sonntägigen Pressestunde plädierte sie à la Andy Warhol für 15 Minuten Ruhm für Schulen. Respekt, Wertschätzung, kreatives Auseinandersetzen seien ein wichtiger Beitrag zum Gelingen von Schule.
Serge Falck, ein Promi, der die Weiße Feder unterstützt, findet „Fairness ist viel aktiver als Toleranz" Und er erinnerte sich daran, wie er als Belgier - noch lange vor EU-Zeiten, in Österreich immer wieder seine Aufenthaltsgenehmigung verlängern lassen musste. Sobald er aber die Arbeitsbestätigung vom Theater der Josefstadt hatte, sei er zuvorkommender behandelt worden, als beispielsweise Türkinnen und Türken vor oder nach ihm.

Volle Power bis sanfte Szenen

Raps voller Power, aber genau so auch leises, sanftes Spiel, Tänze und sehr humorvolle Szenen, manche bei denen Lachen im Halse stecken blieb – das kennzeichnete am Dienstag in der Halle E des Wiener MuseumsQuartiers 16 Ausschnitte aus den Stücken die Jugendliche von 63 Schulen unterschiedlichster Typen aus ganz Österreich gemeinsam mit professionellen Theaterleuten erarbeitet hatten. In ihren Heimatstädten – von Feldkirch bis Neusiedl – hatten sie diese im Frühjahr in voller Länge gespielt.  Weiters gab`s zehn weitere, kleinere Projekte – work in progress – die auch je mindestens drei Mal präsentiert worden waren.
Breit wie die regionale Streuung war auch jene der Themen. Schülerinnen und Schüler des Poly Dornbirn sowie aus dem Gym und der HAK aus  Lustenau setzten sich gemeinsam mit dem walk-tanztheater in „Haut" vor allem mit allen möglichen von vielen Seiten auf Jugendliche einstürzenden Anforderungen an den Körper und dessen Schutzhülle auseinander. Was im selbstbewussten Statement gipfelte: „Ich bin nicht cool... weil es überhaupt nicht cool ist, sich anzupassen, zu tun, was die anderen wollen...".


"Nebenwirkungen"

Das hatte übrigens „nebenbei" ganz schön positive Auswirkungen auf einige der Mitwirkenden. Hamide Karadeniz erzählt, „früher wurde ich gemobbt, viele haben sich über mich und mein rundes Gesicht lustig gemacht. Durch das Tanztheaterprojekt hab ich viel mehr Selbstbewusstsein. Jetzt interessiert es mich nicht mehr, wenn wer sowas sagt." Effekt: So manche Mobber haben dadurch die Lust und Laune daran verloren.

(Mit-)mobben? Jugendliche der Kindergarten-Bildungsanstalt Haspingerstraße und der Hauptschule Obermieming in mehreren Szenen Fragen nach „warum/ why/ perché/ purquoi/ niçin". (Fast) alle gegen eine: „Wenn ich nicht mit den anderen mitmobbe, werde ich dann nicht selber gemobbt?" Von Szene zu Szene  zeigen sie eine Entwicklung. „Justin" (dargestellt von Alicia Martin-Gomez) verliebt sich in Amina (Yasmina Nasr). Erst steht er nur sehr zögerlich zu ihr, bricht dazwischen nochmals (fast) ihr Vertrauen, bevor... Happy End.

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