Leben | Kiku 05.12.2011

Bezaubernd, berührend, begeisternd

Zwei Dutzend Kinder und Jugendliche sowie ein halbes Dutzend Erwachsene, singen, spielen und tanzen "Der Zauberer von Oz" in Mödling

Wow! Noch nicht ganz 15 und so tough! Katharina Wollmann überzeugt als Dorothy aus Kansas, die's - mit ihrem Hund Toto (Clemens Seewald, 12 ebenfalls hervorragend) ins Zauberreich Oz verschlägt auf der Bühne des Stadttheaters von Mödling. Dort ist in diesem Jahr die Musicalproduktion der Gruppe Teatro gelandet.

Der Weg ist das Ziel

Vogelscheuche, Löwe, Dorothy, Toto und der Eisenmann
© Bild: Roman Zagler/Teatro

Die Grundgeschichte des "Zauberers von Oz" sei als bekannt vorausgesetzt. Mit einigen Variationen - die (böse) Hexe des Westens ist beispielsweise auf drei Figuren aufgeteilt - und vor allem 30 eigenen Songs begeistern rund zwei Dutzend Kinder und Jugendliche gemischt mit einem halben Dutzend erwachsener Bühnenprofis und nicht zuletzt Live-Musikern das Publikum im kleinen, feinen Mödlinger Theater.
Ins Zentrum rückt die Story von der Freundschaft von Dorothy, Toto und den neuen Weggefährten - hirnlose Vogelscheuche (Alexander Hoffelner), herzloser Eisenmann (Viktoria Haberl), feiger Löwe (Elisa Bozoki). Die drei letzteren ziehen mit dem Duo zum Zauberer, um Hirn, Herz und Mut zu kriegen. Wobei sie sich diese Fähigkeiten und Eigenschaften schon auf dem Weg dazu nach und nach erarbeiten. Der gemeinsame Weg nimmt sozusagen schon die anzustrebenden Ziele vorweg!

So jung und schon so tragend

Vogelscheuche, Löwe, Dorothy, Toto und der Eisenmann
© Bild: Roman Zagler/Teatro

Katharina Wollmann, obwohl erst (noch) 14, trägt das Stück echt. Und fasziniert vor allem in jenen beiden Solo-Songs, die sehr viel differenziertes Gefühl verlangen - jenem, in dem sie sich die Schuld daran gibt, dass sie alle von den fliegenden Affen gefangen genommen und nun eingesperrt bei den Westhexen sind. Und jenem vom eigene Zuhause, das dort zu finden ist, wo das Herz wohnt, du die Liebe spürst… Beide verlangen eine Gratwanderung. Zu viel und schon wär's Kitsch. Zu wenig und es würd das Publikum nicht erreichen. Doch Wollmann singt's auf den Punkt. Schon vor zwei Jahren war sie in einer Teatro-Produktion engagiert. In "Sara, die kleine Prinzessin" spielte sie eine Küchenmagd mit für sie nur einer größeren Szene. "Da war ich jedes Mal davor extrem nervös, heuer verteilt sich das besser. Ich war beim Casting für diese Rolle, ich wollte die unbedingt, weil ich glaub, dass die Dorothy gut zu mir passt", erzählt die junge Hauptdarstellerin, die das Gymnasium in der Mödlinger Bachgasse besucht "und meine künstlerischen Sachen am Nachmittag neben der Schule" betreibt, "hauptsächlich Klassisches wie Opern in Niederösterreich und Burgenland".

Das erste Mal stand sie mit sechs Jahren auf der Bühne - "in einem Chor, mit sieben, acht Jahren hatte ich meine ersten Soli. Tanzen kam dann so ungefähr mit elf, zwölf dazu und Schauspiel ergab sich eher nebenbei. Jetzt ist schön langsam schon so eine Idee da, dass das auch einmal mein Beruf sein könnte", meint Wollmann zum Online-Kinder-KURIER.
Clemens Seewald ist total happy über seine Rolle als Hund Toto. "Endlich steh ich viel mehr auf der Bühne und hab eine größere Rolle. Es ist zwar das Proben schon viel anstrengender, aber es macht viel mehr Spaß, nicht nur kurz im Hintergrund aufzutreten", freut er sich im Gespräch mit dem Online-KiKu über den Sprung von Neben- zu einer der Hauptrollen.

Jüngste Mäuse

Vogelscheuche, Löwe, Dorothy, Toto und der Eisenmann
© Bild: Roman Zagler/Teatro

Zufrieden ist auch Alina Höninger, die unter anderem die Mäusekönigin (neben zwei weiteren kleineren Rollen) spielt. Sie ist mit ihren 15 Jahren schon das siebente Mal bei einem teatro-Musical dabei. "Aber noch nie hab ich so viel zu singen gehabt", strahlt sie, obwohl sie noch ein paar Tage davor zerknirscht war, dass eine Szene gestrichen wurde - "da sollten wir als Mäuse durch den Zuschauerraum tanzen, aber so ist's jetzt auch o.k. ich bin total zufrieden!"

Unter den Mäusen finden sich auch die Jüngsten der diesjährigen Darstellerinnen - Elisa Schiffer und Maddalena Bertassi, beide erst sieben. Erstere das erste, zweitere schon das zweite Mal dabei. "ich war im Vorjahr eine Fee, heuer als Maus hab ich mehr zu spielen, das ist anstrengender." Schiffer findet die Premierenerfahrung "cool, aufregend, ich bin froh dabei zu sein, weil ich so viel gelernt habe, auch Tänze". Und beide fügen noch hinzu, dass es ihnen getaugt habe, "so viele neue Freunde kennen zu lernen und uns selber haben wir auch besser kennen gelernt".

Cooler Tanz

Vogelscheuche, Löwe, Dorothy, Toto und der Eisenmann
© Bild: Roman Zagler/Teatro

Selbst den Sklavinnen und Sklaven der Westhexen, die sich in der Pause für ihren knapp danach erfolgenden Auftritt umziehen (zuvor waren einige von ihnen Mäuse, andere Munchkins, andere Kinder in Kansas, dem Heimatort von Dorothy und ihrer Familie) gefällt ihre Nummer: "Es ist ein cooler Tanz", meinen Stepanie Scheitz und Katharina Petje.

Infos

Weitere Vorstellungen 23., 24., 28., 29., 30., 31. Juli sowie 4., 5., 6. und 7. August,
Stadttheater Mödlig, 2340 Mödling, Babenbergergasse 5;
INFO
Telefon: (0650) 99 23 100
info@teatro.at
KARTEN
info.service Mödling: (02236) 26 727
oeticket (01) 960 96

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011