Die Akazie muss schön langsam ins Winterquartier.

© Halbhuber Axel

Axels Terrasseneintopf
10/18/2019

Herbst und Winter: Was bei Balkonpflanzen jetzt zu tun ist

Erste Handgriffe: Der Herbst ist noch gut zu uns. Trotzdem sollte man Pflanzen langsam auf den Winter vorbereiten.

von Axel Halbhuber

Es ist relativ bekannt, was man derzeit im Garten zu tun hat: Die Hecke für heuer ein letztes Mal schneiden. Oder den Rasen noch einmal kurz mähen. Und natürlich das Laub vom Gras entfernen, um Schimmelbildung und Fäulnis vorzubeugen. Weniger klar ist Leidenschaftsgartlern, wie sie Balkon oder Terrasse auf den Winter vorbereiten.

Zum Beispiel, dass sie das Laub auf Pflanzflächen wie Topf und Kisterl liegen lassen sollten, erklärt Doris Demuth von den Wiener Stadtgärten: „Das dient als Winterschutz und in weiterer Folge – wo es auch nach dem Winter liegen bleiben darf – als natürlicher Dünger.“ Wobei es, wie so oft im Leben, auf die Dosis ankommt: „Eine leichte Laubabdeckung ist besser, unter einer zu dicken könnten Pflanzen ersticken.“

Wo kein Laub ist, kann man die Kübelpflanzen schön langsam mit Reisig oder Vlies abdecken, aber nicht zu früh: „Oft reicht es im Dezember“, sagt Expertin Demuth, „da sich in warmen Perioden sonst ein feuchtwarmer Luftstau unter dem Deckmaterial bildet.“ Der verweichlicht die Pflanze und fördert frühzeitigen Austrieb. „Die schwachen, kraftlosen Triebe gehen dann bei Frost zugrunde.“

Die Exoten

Bäume, Sträucher, Stauden oder Obst im Topf bleiben im Winter draußen, sie brauchen die Kältezeit. Problematisch wäre nur, wenn die Wurzelballen durchfrieren. Dagegen schützt (ein bisschen) das Umwickeln der Töpfe mit Jute, Vlies, Strohmatten, oder Noppenfolie, auch isolierende Styropor- oder Holzplatten unter dem Gefäß. „Die meisten beliebten, blühenden Kübelpflanzen – wie Oleander, Enzianbaum oder Wandelröschen – sind allerdings nicht winterhart und müssen in ein möglichst helles, kühles, aber frostfreies Winterquartier gebracht werden.“

Damit kann man zwar bis zum dauerhaften Frost warten (bei leichtem Nachtfrost reicht ein geschützter Standort draußen), muss aber Rücksicht auf die Eigenheit der konkreten Pflanze nehmen: Wer etwa so einen prächtigen Akazien-Topfbaum (mit so rührender Herkunftsgeschichte, siehe großes Bild und Video) wie Ihr Terrassengartler besitzt, sollte für extrem lockeres Substrat sorgen – Staunässe ist im Winterquartier generell ein Problem.

Die verwandte echte Mimose hingegen, braucht es auch im Winter warm, aber feucht. Jedoch ebenfalls nicht nass, also feuchtes Mikroklima ohne Untersetzer. Rückschnitte sind jetzt übrigens erlaubt, aber nicht zwingend nötig – im Frühjahr geht es auch noch.