Leben
06.09.2018

Handy oder Sex? Was Millennials wirklich wichtig ist

Wie die heute 15- bis 25-Jährigen ticken, zeigt eine Online-Umfrage unter 2.500 Österreichern.

Internet, Handy und Familie ist den Millennials, also den heute 15- bis 25-Jährigen, wichtiger als Sex. Mehr als die Hälfte der jungen Generation meint, wir sollten offener gegenüber Ausländern und Migration sein. Für sieben von zehn ist ein Job, der sie erfüllt, wichtiger als ein gutes Gehalt. Das sind die Ergebnisse einer Online-Umfrage unter 2.500 Österreichern, darunter knapp 700 Millennials.

Marketagent.com und die Kreativagentur Kobza And The Hungry Eyes (KTHE) präsentierten die Ergebnisse am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. 53 Fragen wurden im Frühjahr an web-aktive Personen zwischen 15 und 49 Jahren gestellt. "Zwischen den Eltern der Millennials und den Millennials liegt mehr Unterschied als zwischen den drei Generationen davor. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es - vielleicht mit Ausnahem der Friedensbewegung - keinen so großen Generationensprung mehr", sagte KTHE-Eigentümer Rudi Kobza.

"Nicht ohne mein Handy"

85 Prozent der Millennials - und damit gleich viele wie in der Generation 40 plus - können problemlos eine Woche lang auf Alkohol verzichten, dahinter folgen Tageszeitungen mit 79 Prozent. Dem stimmten 66 Prozent der älteren Generation zu. Auf Sex wiederum können 58 Prozent der 15- bis 25-Jährigen ohne Problem verzichten, bei den über 40-Jährigen sind es genau die Hälfte. Auch Fernsehen ist den Millennials weniger wichtig. Eine Woche ohne Familie ist lediglich für 22 Prozent der jungen Generation vorstellbar, bei den Älteren sehen dies nur 16 Prozent so. Am wichtigsten ist den Jungen das Internet, lediglich 13 Prozent kommen sieben Tage ohne aus - im Gegensatz zu einem Viertel der Generation 40 plus. Auf das Handy problemlos eine Woche verzichten können nur 16 Prozent der Millennials, für die Älteren ist dies für 26 Prozent machbar.

72 Prozent der unter 25-Jährigen checken in der Früh nach dem Aufstehen zuerst ihr Mobiltelefon, bei den über 40-Jährigen sind dies knapp die Hälfte. Und sieben von zehn Millennials nehmen ihr Handy mit aufs Klo, bei der Generation 40 plus machen dies immerhin drei von zehn. Streaming-Portale haben für die Jungen einen hohen Stellenwert. 43 Prozent haben ein Netflix-Abo, 41-Prozent Amazon-Prime und 21 Prozent Spotify. Instagram wird mit 71 Prozent mittlerweile stärker genutzt als Facebook mit 39 Prozent. Facebook wurde bei den 15- bis 25-Jährigen bereits auch von WhatsApp, YouTube und Pinterest überholt. Influenzer sind für Millennials zu Vorbildern geworden, elf Prozent sehen dies so.

Im Job ehrgeizig und flexibel

78 Prozent der Millennials gaben an, dass sie beruflich vorankommen und Karriere machen wollen. Knapp die Hälfte der berufstätigen Millennials möchte den Job in den nächsten 1,5 Jahren wechseln. Und verglichen mit der Generation 40 plus geben doppelt so viele Millennials an, sich selbstständig machen zu wollen. Obwohl die Arbeit für Millennnials wichtig ist, empfinden sie ihn nicht als wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit. Dass dies so wäre sagten 60 Prozent, bei den über 40-Jährigen waren es 71 Prozent.

Als die wichtigsten Probleme sehen die Jungen ebenso wie die Generation 45 plus Umweltverschmutzung, Klimawandel und Naturkatastrophen. An zweiter Stelle folgen bei den Millennials Terroranschläge, dahinter Krieg. Zuwanderung bzw. Flüchtlingsströme landen auf dem vierten Platz. Für die Generation 40 plus ist dies wiederum das zweitwichtigste Problem. 56 Prozent der Millennials stimmen auch der Aussage zu, dass wir offener gegenüber Fremden und Zuwanderern sein sollen. Bei den über 40-Jährigen sehen dies nur 39 Prozent so.

Kampf dem Konsum

Wie die Umfrage weiters ergab, findet ein Großteil der Millennials, dass unsere Gesellschaft zu viel Wert auf Konsum legt. Im täglichen Leben sind sie aber viel konsumorientierter als die Altersgruppe über 40 Jahren. 30 Prozent der 15- bis 25-Jährigen würden eine bargeldlose Gesellschaft begrüßen, bei der Generation über 40 Jahren sind dies 19 Prozent, während 59 Prozent dies absolut ablehnen.