Wirtschaft | Karriere
24.05.2018

Chef, ich trau’ dir nicht: Millennials bleiben skeptisch

Immer weniger Millennials vertrauen ihren Arbeitgebern. Die Folge über kurz oder lang: Jobwechsel.

„Ein bisschen noch, dann bin ich weg!“ Weltweit stehen Unternehmen vor einer Herausforderung: Wege zu finden, um junge Angestellte langfristig zu halten. Die meisten Betriebe werden den Ansprüchen der Personen, die zwischen 1983 und 1994 geboren wurden (die Generation Z wurde separat miteinbezogen), in mehreren Bereichen nämlich nicht gerecht. Auf der To-Do-Liste drängt sich die soziale Verantwortung immer weiter hinauf. Junge Arbeitnehmer bleiben deren Umsetzung gegenüber allerdings skeptisch. Nur noch 48 Prozent glauben, Unternehmen würden ethisch handeln. Eine negative abrupte Entwicklung, denn ihr Vertrauen ist im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent gesunken.

Maximal fünf Jahre

Die Mehrzahl ist sich einig: Von größter Bedeutung ist für den eigenen Arbeitgeber die Gewinnmaximierung und weniger das soziale Engagement, schildert Elisa Aichinger von Deloitte Österreich. Dieses Misstrauen bewirkt vor allem Frust. Von den knapp 10.500 Befragten aus 36 Ländern geben die meisten an, innerhalb von fünf Jahren das Unternehmen verlassen zu wollen, 43 Prozent sogar in den nächsten zwei Jahren. Ihre Idealvorstellungen korrelieren nicht mit den wahrgenommenen Unternehmenszielen.Neben einer besseren Bezahlung, einer größeren Team-Diversität und Entwicklungsmöglichkeiten, würde mehr Flexibilität dazu beitragen, junge Angestellte längerfristig zu halten. Und wenn das nicht klappt, dann klappt’s vielleicht mit selbstbestimmtem, freiem Arbeiten à la Gig Economy. Die gewinnt an Attraktivität.

Das wünschen sich Millennials

Gute Arbeit braucht gutes Klima. Wer seine jungen Angestellten halten will, sollte ihnen allen voran ein positives Arbeitsumfeld bieten. Mit 57 Prozent wünscht sich das nämlich die Mehrheit der Millennials. Und was müssen sie selbst bieten? 36 Prozent glauben, dass künftig vor allem interpersonelle Fähigkeiten langfristigen Erfolg begünstigen. Aufholbedarf ergibt sich in der Vorbereitung auf die Digitalisierung.
36 Prozent der Befragten fühlen sich durch ihre Arbeitgeber nicht ausreichend unterstützt. 39 Prozent finden, dies sei aber deren Aufgabe.