Tiercoach: Warum Haustiere individuellen Schutz vor Zecken brauchen

Tiercoach: Warum Haustiere individuellen Schutz vor Zecken brauchen
Vorsorge und Nebenwirkungen müssen mit dem Experten besprochen werden.

Zecken wollen auch nur leben. Dafür warten sie bevorzugt auf Gräsern oder Sträuchern auf einen Wirt. Streifen z.B. Igel, Fuchs oder Hund den Parasiten ab, saugt dieser tagelang Blut in den Darm, bis er sein bis zu 200-faches Gewicht erreicht hat. Im Laborversuch zehrten Zecken zehn Jahre von einer einzigen Hauptmahlzeit. Die Gefahr für den Wirt besteht freilich selten im Blutverlust, sondern viel mehr durch die Erreger, die die Schmarotzer übertragen können.

„Es ist nicht jeder Parasit infiziert. Aber im schlimmsten Fall reicht einer und der Hund oder die Katze stirbt“, sagt KURIER-Tiercoach Katharina Reitl. Der Zoodoc aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn erklärt, warum individuelle Vorsorge gefragt ist und wie die Gefahr von Nebenwirkungen reduziert werden kann. Denn zu Recht warnen Verbraucherschützer regelmäßig vor (tödlichen) Vergiftungen, die der unsachgemäße Gebrauch von Präparaten mitunter auslöst.

Nicht im Internet kaufen

„Sicherheit ist beim Zeckenschutz extrem wichtig. Es wird ein gesunder Vierbeiner behandelt, kein kranker“, sagt Reitl. An sich sind die Mittel, die Blutsauger schnell zur Strecke bringen, weltweit angewandt, dokumentiert und bewährt. Für das Management und die Dosierung der rezeptpflichtigen Arzneien braucht es trotzdem einen Experten. Das Internet als Umschlagplatz darf keine Option sein.

„Halter und Tierarzt müssen die persönlichen Umstände besprechen, was schon ausprobiert, was vertragen wurde“, sagt der Zoodoc. Nicht jeder Hund geht in verseuchten Gebieten Gassi; nicht jede Katze ist gleich anfällig; aus kurzem, hellem Fell lassen sich die Parasiten unmittelbar abklauben.

Darüber hinaus kann der Veterinärmediziner aus einer breiten Palette an Medikamenten wählen. Er weiß, dass Hunde bestimmte Wirkstoffe gut vertragen, während diese bei Katzen Krämpfe, Erbrechen, Durchfall, Lähmungserscheinungen oder Atembeschwerden auslösen können; für sie besteht Lebensgefahr.

Individuelle Dosierung

„Die Dosierung verlangt genauso viel Wissen und Erfahrung“, sagt Reitl. Eine individuelle Anpassung an das Körpergewicht und ev. die Rasse ist für Maßnahmen nach dem Motto „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ unerlässlich. Der Zoodoc appelliert, sich an die Vorgaben zu halten. So dürfen etwa auch große Tabletten nicht einfach nach Bedarf geteilt werden. Nur wenn eine Bruchlinie vorhanden ist, ist der Wirkstoff gleißmäßig verteilt.

Hoffnung gibt es heuer für Vierbeiner, denen Medikamente nur schwer verabreichte werden können. Der KURIER-Tiercoach freut sich auf eine neue Möglichkeit der Prävention: Zu Spot on, Halsband und schmackhaften Kautabletten wird „jetzt in Österreich eine Depotspritze erhältlich sein. Sie soll Hunde ein Jahr lang vor Erkankungen, die durch Zecken und Flöhe verursacht werden, schützen.“ 

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen  zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at.

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