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Sex in der Freizeit
12/01/2021

Und nach Weihnachten - endlich wieder Zeit für ganz viel Sex!

Zum Fest ist das Herz warm, die Genitalien bleiben aber kalt. Stressalarm! Umso mehr sollten wir die Zeit danach genießen.

von Gabriele Kuhn

Weihnachtlicher Sex, das ist ein bisserl wie die Quadratur des Kreises. Weil rund um die Festtage das Familiäre im Vordergrund steht. Jetzt dreht sich alles darum, dass der Pepsch-Onkel ein Verdauungsschnapserl brauchen wird, um nicht wieder mit einer akuten Fressnarkose darnieder zu liegen, der Hund noch schnell vor „Stille Nacht“ raus muss und das Fass Eierlikör vor der Tante Fini versteckt werden sollte. Außerdem wären da noch die lieben Kinder, für die man Basteltante/-onkel und Christkind zugleich sein sollte. Da bleibt wenig Platz für … Dings. In diesem Setting noch ein Prickeln im Schritt zu verspüren: Mission impossible.

Genau das zeigen sämtliche „Alle Jahre wieder“-Umfragen zu diesem Thema, wonach in der Weihnachtszeit das Herz zwar warm ist, die Genitalien aber eher kalt bleiben. Wir denken an Zimt, Zucker und Nächstenliebe, sonst sind wir asexuell. Und so kursieren dann um diese Zeit auf diversen Lifestyle-Plattformen und in Hochglanzmagazinen allerlei gut gemeinte Tipps „für erotische Weihnachtstage“. Einige, wie ich meine, interessante Beispiele: Man solle sich die Schamhaare engelsblond färben, dazu den passenden Perlenstringtanga anlegen. Gut käme auch ein glitzerndes Nabelpiercing in Form eines frechen Engelchens. Allenfalls könnte man dem Geliebten – Überraschung, Darling! – ein raffiniert eingewickeltes Packerl Penisnudeln unter den Christbaum legen, nicht ganz ernst gemeint, aber ein Wink mit der Teigware. Er wiederum wäre gut beraten, ihr das neueste Dildomodell zu schenken, mit seinen Initialen. Motto: für immer dein, für immer drin. Dazu die rau-erotisch gehauchte Interpretation von „Santa Baby“ und sein allenfalls leise ins Ohr gerauntes Heute, Darling, wird’s was geben … ins Ohr der am Festtagsbraten hantierenden Küchenfee. Die sich zu diesem Zwecke maximal in Schale geworfen hat: schwarzer Samt, knöchellang samt hohem Schlitz mit schrittweisen Einsichten. Und dass man im Namen der Erotik auch beim Rotkrautrühren High Heels trägt, muss vermutlich gar nicht mehr erwähnt werden. Nun denn, viel Spaß, den bisserl Performancestress werden wir auch noch wegzwicken, vielleicht gibt’s ja doch noch einen lauten Orgasmus zu „Leise rieselt der Schnee“.

Prickelnde Nachspielzeit

Man könnte das alles freilich auch ein bisserl lässiger angehen. Entspannt nämlich. Dann geht halt an den Festtagen nicht die Post im Bett ab, weil: wurscht. Doch wie wär’s mit einer prickelnden Nachspielzeit? Da ist ja immer von der „Zeit zwischen den Jahren“ die Rede – jene ausklingende Phase nach den Weihnachtsfeiertagen bis zur Jahreswende. Bei vielen ist es jetzt beschaulicher, manche haben frei. Löffelchen am Morgen, spätes Frühstück, Trödeln im Pyjama und vielleicht das eine oder andere Slow-Sex-Nachmittagsbeischlaferl spätnachmittags, während die Kinder mit ihren Geschenken spielen. Das sind wunderbar-träge Tage, an denen man sich in jeder Hinsicht gehen lassen und spüren kann. Eine fast magische Zeit der Dunkelheit und Geborgenheit, in der – so heißt es – Wünsche formuliert werden dürfen, damit sie sich erfüllen. Ja, auch erotische Wünsche. Eine Zeit, um sich und dem Partner näher zu kommen, und Visionen zu entwickeln, für das, was kommen darf: mehr Freude, mehr Sinnlichkeit, viel, viel mehr Zärtlichkeit und Berührung, gemeinsam sein, ineinander sein. Diese Zeit ist so schön, dass man beim verträumten Sex unterm Christbaum ruhig auch einmal die Stricksocken anlassen darf. Keiner wird schimpfen, auch das Christkind nicht, weil das ist eh schon abgeflogen.

 

 

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