Immer mehr wollen ihren Hund zur Arbeit mitnehmen

Immer mehr wollen ihren Hund zur Arbeit mitnehmen
Haustiere machen nicht nur daheim glücklich, sondern auch im Büro. In Österreich sind Arbeitgeber liberaler als anderswo, zeigt eine Umfrage.

Haustiere machen ihre Besitzer glücklich und bereichern das Leben ihres Halters. Doch nicht nur zu Hause sorgen die Vierbeiner für Ausgeglichenheit und Entspannung, sie wirken sich auch positiv auf das Arbeitsumfeld im Büro aus. Nun zeigt eine Online-Studie mit jeweils mehr als 1.000 Befragten aus Österreich, Belgienund der Schweiz, was sich Arbeitnehmer wünschen und dürfen: Hierzulande können immerhin 34 Prozent der Berufstätigen ihren Hund mit ins Büro bringen, in der Schweiz sind es 28 Prozent, in Belgien nur 11 Prozent. Insgesamt sechs von zehn Beschäftigten geben an, dass sie sich im Büro wohler fühlen würden, wenn ihr Familienhund in der Nähe wäre. Während der Pandemie ist das Bedürfnis nach einem Fellfreund unter dem Schreibtisch gestiegen.

Der Nahrungsmittelkonzern Mars hat via Internet in drei europäischen Ländern abfragen lassen, wie sich die Beziehung zwischen Menschen und ihren Haustieren während der Pandemie verändert hat, und was für die Anwesenheit von Tieren am Arbeitsplatz spricht. Gerade unter den neuen Haustierhaltern wünschen sich viele, wegen ihres Tieres von zuhause aus arbeiten zu können. Warum also nicht einfach Mensch und Tier erlauben, gemeinsam zur Arbeit zu kommen? Am „Bring dein Tier zur Arbeit-Tag“, der heuer auf den 24. Juni fällt, wird das propagiert.

Klare Regeln machen Hunde zum idealen Kollegen

Der weltweite Aktionstag ist ein idealer Einstieg in das Projekt „Bürohund“. Denn Haustiere können sich positiv auf die allgemeine Atmosphäre am Arbeitsplatz und auf die Work-Life-Balance auswirken. Eine Win-win-win-Situation für Arbeitnehmer, Haustier und Arbeitgeber – aber nur, wenn klare Regeln und eine passende Infrastruktur vorhanden sind.

Positive Auswirkungen

Das Mitbringen von Haustieren ins Büro ist für viele Unternehmen und ihre Angestellten jedoch immer noch unüblich. Dabei bestätigen erprobte Mensch-Tier-Teams, dass die Anwesenheit des Vierbeiners die Interaktion mit den Kollegen erhöht (9/10), zu einer insgesamt besseren Atmosphäre beiträgt (9/10), die Freude an der Arbeit steigert (9/10), das Stressniveau senkt (8/10), zur aktiveren Gestaltung der Pausen anregt (7/10) und sogar die Produktivität steigern kann.

Wertvolle Familienmitglieder

Etwa fünf von zehn Haushalten geben in der aktuellen Umfrage unter rund 1.000 Österreichern an, ein Haustier zu haben. Am beliebtesten sind Hunde (38 %) und Katzen (35 %). In fast allen Tierhaushalten (88 %) werden sie als fester Bestandteil der Familie angesehen. 74 Prozent der Besitzer sagen, dass es normal für sie ist, mit ihrem Haustier zu sprechen, 80 Prozent finden, dass ihr Hund oder ihre Katze eine eigene Persönlichkeit hat, 51 Prozent lassen ihr Tier in ihrem Bett schlafen. Nur 16 Prozent der in Österreich befragten Personen geben an, dass sie kein Haustier haben und auch keines haben wollen.

Haustier senkt Stresspegel der Österreicher

Das Haustier macht die Befragten nicht nur glücklicher (91 %), sie sehen auch viele andere Vorteile darin, ein Tier zu halten. So sind 88 Prozent davon überzeugt, dass Haustiere den Stresspegel senken, uns aktiver machen oder halten (90 %) und die soziale Interaktion erleichtern (83 %). Weiters meinen die Befragten, dass Haustiere Kindern und Jugendlichen dabei helfen, soziale und fürsorgliche Fähigkeiten zu entwickeln (90 %), sich akzeptiert zu fühlen und schwierigere Momente zu bewältigen (91 %) und zu mehr sozialem Zusammenhalt in der Gesellschaft beitragen (86 %)

Pandemie sorgte für Haustierboom

Während der Pandemie haben sich viele Menschen erstmals dazu entschlossen, ein Haustier bei sich aufzunehmen. Um den Mangel an sozialen Kontakten und die zusätzlich verfügbare freie Zeit zu kompensieren, nahm die Heimtierhaltung in Österreich während der vergangenen zwei Jahre deutlich zu. Ein Haustier ist eine Entscheidung, die großen Einfluss auf das alltägliche Leben, die Organisation von Familie und Haushalt, aber auch auf die Work-Life-Balance hat.

So geben 60 Prozent der österreichischen Tierbesitzer an, dass sich die Bindung zu ihrem Haustier während der Pandemie sogar noch intensiviert hat. Sie vermissen ihre Katze oder ihren Hund jetzt noch stärker, wenn sie nicht in der Nähe sein können, und wollen sie folglich ungern allein lassen. 26 Prozent der neuen Tiereltern möchten aus diesem Grund weiterhin zeitweise von zuhause aus arbeiten. Ihre Haustiere sind ein wichtiger Aspekt der Work-Life-Balance geworden – ein Aspekt, den Unternehmen in Betracht ziehen sollten, wenn sie ihre Angestellten nach der Pandemie zumindest teilweise wieder zurück an den Arbeitsplatz holen wollen. Die Möglichkeit, das eigene Haustier mitbringen zu können, kann ein Motivationsfaktor für die Beschäftigten sein.

Klare Regeln für harmonisches Betriebsklima

Bei der Entscheidung für oder gegen ein haustierfreundliches Büro halten sich einige hartnäckige Vorurteile. Vor allem die Bedenken hinsichtlich Hygiene (41 %) und möglicher Belästigung durch Bellen werden genannt. Die Einführung einer „Pet Policy“-Richtlinie kann für ein harmonisches Betriebsklima sorgen. 82 Prozent der Befragten stimmen zu, dass vorab vereinbarte Regeln für das friedliche Miteinander von Menschen und Tieren am Arbeitsplatz von grundlegender Bedeutung sind.

So hat etwa das Familienunternehmen Mars „Petiquette“ entwickelt, die für alle Beteiligten gleichermaßen gilt: Hunde, ihre Besitzer sowie Menschen ohne eigenes Tier. So können nur Hunde an den Büroarbeitsplatz mitgebracht werden, die gesund und ordentlich gepflegt sind, sich mit den anderen – auch tierischen – Kollegen vertragen und sich beispielsweise bei Telefonaten und Besprechungen ruhig verhalten.

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