Lächelnde Frau in blauer Jacke hält einen ausgepackten Schokoriegel in der Hand.
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Proteinriegel als Zwischenmahlzeit – eine gute Idee?

Die österreichische Ernährungswissenschafterin Marlies Gruber ordnet ein, wann Proteinriegel sinnvoll sind und wann nicht.

Ob nach dem Sport, unterwegs oder zwischen den Mahlzeiten: 46 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher snacken täglich, manche von ihnen sogar mehrmals am Tag.

Das ergab die neue „Wie is(s)t Österreich“-Studie, die im April vom Marktforschungsinstitut Marketagent mit dem Lebensmittelunternehmen Krüger Austria durchgeführt wurde. Die Erwartungen an die Snacks sind hoch: Neben dem Geschmack (96 Prozent) zählen das Preis-Leistungs-Verhältnis (91 Prozent) und die Verfügbarkeit des bevorzugten Snacks (81 Prozent) zu den wichtigsten Kriterien.

Besonders gefragt sind hierzulande Nüsse und Kerne, Obst und Trockenfrüchte sowie Energie- bzw. Haferriegel. Herauskristallisiert hat sich außerdem ein Trend, der Österreichs Ernährungsalltag derzeit besonders prägt: der Fokus auf Protein (47 Prozent).

Hype um Eiweiß-Produkte

Proteinreiche Snacks werden vor allem mit Sport und Fitness, Muskelaufbau und Energie für den Alltag in Verbindung gebracht und kommen entsprechend oft vor oder nach dem Training sowie unterwegs oder in besonders fordernden Situationen zum Einsatz.

Der Boom bei Eiweißriegeln spiegelt sich auch in Marktdaten wider: 2025 lag der weltweite Markt für Proteinriegel bei rund 5,47 Milliarden US-Dollar. Bis 2034 soll er auf 10,59 Milliarden US-Dollar wachsen, wie Fortune Business Insights berichtet. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 7,8 Prozent.

Große Unterschiede

„Proteinriegel sind praktisch, wenn es schnell gehen muss – etwa kurz vor dem Sport oder zum Beispiel nach dem Krafttraining. Sie sind kompakt und passen in jede Tasche“, sagt die österreichische Ernährungswissenschafterin Marlies Gruber. „Grundsätzlich kommt es aber auf den jeweiligen Riegel an, da gibt es große Unterschiede. Manche bestehen hauptsächlich aus Nüssen, andere wiederum sind eher eine Dessertvariation und enthalten viel Zucker.“ 

Für ältere Menschen können Proteinriegel sinnvoll sein, wenn der Appetit nachlässt und es schwerfällt, ausreichend Eiweiß über normale Mahlzeiten aufzunehmen. Menschen mit Nierenerkrankungen hingegen sollten darauf achten, nicht zu viel Eiweiß aufzunehmen.

Die Expertin betont zudem: „Für den Großteil der Bevölkerung sind Proteinriegel im Alltag nicht notwendig. Es ist kein Produkt, das den Essalltag bestimmen sollte“, gibt die Expertin zu bedenken. Das Eiweiß lässt sich in der Regel problemlos über normale Lebensmittel aufnehmen. Einen deutlich erhöhten Proteinbedarf hat man in der Regel bei hoher Trainingsbelastung – etwa wenn man regelmäßig mehr als fünf Stunden Sport pro Woche macht. Je nach Trainingsziel und Belastung wären das etwa 1,2 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Mehr Eiweiß ist nicht besser: In Kombination mit Krafttraining steigt die Muskelmasse zwar mit der Proteinzufuhr, doch ab etwa 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht flacht der Effekt ab. Höhere Mengen von zwei bis drei Gramm pro Kilogramm, wie sie in den sozialen Medien oft empfohlen werden, liefern wahrscheinlich keinen zusätzlichen Nutzen.

Bewusst genießen

Aber ist zu viel Protein schlecht für den Körper? Es gibt bisher keine klaren wissenschaftlichen Belege, dass eine erhöhte Proteinaufnahme bei gesunden Menschen an sich schadet. Problematisch kann die vermehrte Kalorienzufuhr sein: „Proteinriegel werden häufig als zusätzliche Mahlzeit gegessen“, betont Gruber. Essen ist außerdem mehr als reine Nahrungsaufnahme, erinnert die Expertin: „Es verbindet und schafft Genuss.“

Liisa Mikkola

Über Liisa Mikkola

Redakteurin und Digital Producer beim KURIER und freizeit.at, dem Digitalformat der KURIER freizeit.

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