© APA/Walter Henisch

Diakonie
02/18/2013

Eine Lehre, die etwas länger dauert

Für Jugendliche gibt es die Möglichkeit, die Lehrzeit um zwei Jahre zu verängern.

„Die integrative Lehre in Österreich ist eine Erfolgsgeschichte – ich würde mich freuen, wenn wir auch in der schulischen Ausbildung bei der Integration von jungen Menschen mit Behinderungen schon so weit wären,“ spricht sich Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, anlässlich der Zero Conference in Wien für inklusive Bildung aus. „Manche Jugendliche brauchen einfach mehr Zeit. Diese wird ihnen in der integrativen Lehre zugestanden. Auch im Schulsystem muss das umgesetzt werden – mittels flächendeckendem Zugang zu inklusiven Schulformen über die 9. Schulstufe hinaus. Nur dann ist eine Ausbildungsgarantie für alle Jugendliche gewährleistet.“

Verlängerte Lehrzeit

Seit 2003 gibt es die Möglichkeit der Integrativen Berufsausbildung (IBA) in Österreich. Sie kann in zwei verschiedenen Formen absolviert werden – entweder wird die Lehrzeit um bis zu 2 Jahre verlängert, oder der Abschluss erfolgt in Form einer Teilqualifizierung. „Dass die Teilqualifizierung jedoch kein allgemein anerkannter Abschluss ist, macht uns zu schaffen. Viele Unternehmen und Firmen haben in ihren Entlohnungs- und Qualifikationsschemen keine Entsprechung. Neben Bewusstseinsbildung bräuchte es auch einen fixen Platz der Teilqualifizierung im Bildungssystem, um Jugendlichen einen guten Start in das Berufsleben zu ermöglichen,“ so Chalupka.

Salzburg und Kärnten

Die Diakonie bietet die IBA bereits seit 2003 in Kärnten und Salzburg mit knapp 25 Plätzen an. Die Jugendlichen, die nach ihrem Abschluss zu fast 100 % auf den 1. Arbeitsmarkt vermittelt werden können, haben die Möglichkeit, eine Lehre als Koch / Köchin, Restaurantfachkraft oder LandschaftsgärtnerIn zu absolvieren. Die so genannte Anlehre, für all jene, die den Anforderungen einer IBA noch nicht gewachsen sind, ist in Kärnten auch in den Bereichen Malerei und Tischlerei möglich, auf knapp 40 Plätzen und das bereits seit Beginn der 1980er Jahre. „Je höher die Praxis der Arbeit, desto höher auch das Selbstbewusstsein und das Erlernen von Fähigkeiten der Lehrlinge. Daher werden bei uns auch keine Übungsstücke produziert, sondern zum Beispiel von der Tischlerei die Möbel als Maßanfertigungen für unsere Montessorischulen in Kärnten hergestellt,“ so Chalupka abschließend.


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