Leben
31.03.2017

Beziehung: Wenn die Lust auf Fleisch die Liebe killt

Eine Studie zum Beziehungsleben von Veganern und Fleischessern gibt Aufschluss über Herausforderungen und unüberbrückbare Differenzen.

Es klingt abgedroschen, aber Liebe scheint tatsächlich durch den Magen zu gehen. Beweis dafür ist nicht zuletzt eine aktuelle Umfrage. Das Internetportal vegan.eu und die Partnervermittlung Gleichklang haben 5.173 vegan lebende Personen zu ihren Beziehungen zu Fleischessern befragt.

Die Mehrheit der veganen Befragten (60,5 Prozent) hatte zum Zeitpunkt der Befragung bereits Erfahrungen mit Beziehungen zu Fleischessern. 60 Prozent der Befragten legen aktuell jedoch Wert auf eine Partnerschaft mit einer ebenfalls veganen Person – wohl aufgrund schlechter Erfahrungen.

Fleisch sorgt für Konflikte

21 Prozent der Veganer, die Beziehungserfahrung mit einem Fleischesser haben, sehen solche Beziehungen zwar als komplikationslos an, die Mehrheit der Befragten berichtete aber von mindestens einer Belastung. Zum Beispiel: "es ist eine Belastung, wenn der Partner Fleisch isst" (48,2 Prozent) oder "es gibt wegen Fleischkonsum Konflikte" (45,6 Prozent).

74,1 Prozent der befragten Veganer, die in einer Beziehung mit einem Fleischesser leben, hoffen, dass der Partner noch vegan wird. 51,6 Prozent versuchen, den Partner aktiv zu überzeugen.

Spannend: Wer aus gesundheitlichen Gründen vegan lebt, hat mit einem fleischessenden Partner weniger Probleme. Besonders belastend ist eine Beziehung, wenn sich ein Veganer wegen der Tiere für das Vegan-sein entschieden hat.

Happy End möglich

Beziehungen zwischen Veganern und Fleischessern können aber auch erfolgreich sein: Zum Befragungszeitpunkt befanden sich 35,2 Prozent der Teilnehmer in einer Beziehung mit einem Fleischesser. Sie berichten im Durchschnitt über eine gute Beziehungsqualität. Personen, die mit einer veganen (21,1 Prozent) oder vegetarischen (10,7 Prozent) Person zusammen sind, erleben jedoch mehr Beziehungsglück.

In den Beziehungen zwischen Veganern und Fleischessern werden Spannungen oft dadurch gemindert, dass der fleischessende Partner seinen Fleischkonsum reduziert (78,7 Prozent) oder zu Hause überhaupt kein Fleisch isst (53,1 Prozent).

Der Single-Anteil der befragten Veganer war mit 32,4 Prozent mit dem Single-Anteil in der Allgemeinbevölkerung vergleichbar. Veganer bleiben also nicht wegen ihrer Lebensweise länger Single.

Guido Gebauer, Psychologe bei Gleichklang, folgert aus den Ergebnissen, dass es für Veganer hilfreich sein könnte, eine Partnerschaft mit einer ebenfalls veganen Person zu führen. Die Beziehungsqualität könne dadurch verbessert und die Lebenszufriedenheit gesteigert werden. Ist der Partner bereit, seinen Fleischkonsum zu verändern, können auch Beziehungen zwischen Veganern und Fleischessern dauerhaft klappen.