Affen im Gleichklang

A long-tailed macaque eats at the Pra Prang Sam Yo
Foto: Reuters/DAMIR SAGOLJ Soziale Anpassung soll laut Forschern ein entscheidender Aspekt fürs Überleben sein.

Nicht nur Menschen, auch Makaken gleichen ihre Bewegungen und Gesten einander an.

Wenn Partner ihre Schritte aneinander anpassen, oder der Applaus nach einem Konzert immer mehr zum Gleichklang wird, werden diese - meist unbewusst - synchronisierten Bewegungen als Zeichen von Verbundenheit gedeutet. Japanische Forscher haben nun herausgefunden, dass auch Makaken ihre Gesten aneinander angleichen - spontan und ohne sich abzustimmen.

Es sei das erste Mal, dass eine soziale Synchronisation von Tieren unter Laborbedingungen nachgewiesen wurde, schreiben die Forscher um Autor Yasuo Nagasaka vom japanischen Riken Brain Science Institute im Fachjournal Scientific Reports.

Sie hatten in einem Experiment den Affen beigebracht, mit einer Hand einen Knopf zu drücken. Als die Tiere dann einem Artgenossen gegenübersaßen, passten sie ihre Drückbewegungen einander an. Mal waren die Bewegungen schneller, mal langsamer. Ähnlich lief das Experiment mit einem gefilmten Makaken ab. Wenn sich die Tiere direkt sahen und hörten, war der Einklang ihrer Bewegungen übrigens am größten.

"Warum die Affen ihr Verhalten synchronisieren, ist noch nicht klar", schreiben die Forscher. "Es könnte ein entscheidender Teil sozialer Anpassung sein - wichtig, um zu überleben."

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Makaken gehören zu den mittelgroßen Primaten und werden auch Altweltaffen genannt. Wie alle Menschenaffen verfügen auch sie über enorme intellektuelle Fähigkeiten. So nutzen sie zum Beispiel Werkzeuge, können zählen, und sind in der Lage, Zusammenhänge zwischen Zahlen zu verstehen. Makaken leben im sozialen Verband. Laut dem Zoologen und Verhaltensforscher Frans de Waal ist dies „eines der engsten und kompliziertesten Sozialsysteme, die überhaupt im Tierreich bekannt sind“. Beobachtungen japanischer Makaken haben auch gezeigt, dass sie offenbar sogar über eine „Kultur“ verfügen: Irgendwann hatte nämlich ein Tier damit begonnen, seine Nahrung zu waschen, was schlussendlich von allen anderen übernommen wurde. Vor allem zwei Arten von Makaken - der Rhesus- und der Javaneraffe – werden seit Jahrzehnten als Forschungs- und Labortiere eingesetzt. So werden an ihnen nicht nur quälende biomedizinische Versuche durchgeführt, sondern auch mitunter recht grausame psychologische Verhaltensexperimente. Makaken leben übrigens auch in Österreich: Der Affenberg Landskron in Villach ist Österreichs größtes Affenfreigehege. Auf einem 40.000 m² bewaldeten Grundstück leben hier die Tiere frei.
Vor 42 Jahren ging ein Bild von ihnen erstmals um die Welt - und es sorgte für eine Sensation. Ein rotgesichtiger Affe, der inmitten einer japanischen Schneelandschaft genussvoll in einer heißen Quelle badet, präsentierte sich am 30. Jänner 1970 auf dem Cover des US-Magazins Life. Die japanischen Schneeaffen (auch Rotgesichtmakkaken oder Japanmakaken genannt) leben auf drei der vier japanischen Hauptinseln – Honshu, Shikoku und Kyushu. Und die Tiere sind hart im Nehmen: Keine Affenart hält es nämlich in kälteren Regionen aus - immerhin sind Temperaturen von minus 25 Grad im Winter hier gang und gäbe. Mittlerweile sind sie zur Touristenattraktion geworden. Doch man geht  davon aus, dass der erste Schneeaffe überhaupt erst vor rund 50 Jahren entdeckt  hat, ... ... wie gut sich das bis zu 42 Grad warme Wasser so einer Vulkanquelle anfühlt. Seither verbringen die Primaten Stunde um Stunde in den von der Natur geschaffenen Badewannen Japans. Ihre Lieblingsbeschäftigung dabei: gegenseitige Fellpflege. Doch nicht alle dürfen sich dem wärmenden Vergnügen hingeben. Unter den Schneeaffen herrscht eine strenge Hierarchie, ... ... und so ist es den rangniederen Tieren verboten, sich in den heißen Quellen aufzuhalten. Sie dürfen sich das genießerische Aufwärmen ihrer Artgenossen ... ... gerade mal vom "Beckenrand" aus anschauen.
(APA/dpa / tan) Erstellt am
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