© Facebook/Laura De

Shitstorm
09/13/2016

Achselhaare: Belgierin muss sich Hasspostings stellen

Eine Belgierin postete ein Foto auf Facebook, auf dem ihre Achselhaare zu sehen sind. Daraufhin wurde sie im Netz wüst beleidigt.

Die belgische Studentin Laura De, so der Facebook-Name der jungen Frau, wurde im Netz kürzlich regelrecht mit Hasspostings bombardiert. Auslöser war eine Fotoserie, die sie mit Achselbehaarung zeigt. Bei dem Shooting mit der belgischen Fotografin Florence Lecloux ging es Laura darum ein Statement gegen Bodyshaming abzugeben. Bodyshaming bezeichnet eine Verhaltensweise, bei der Menschen aufgrund ihres Äußeren beziehungsweise aufgrund einzelner körperlicher Merkmale zum Opfer von Kritik, Bewertung und Beleidigungen werden.

Nachdem sie die Bilder auf Facebook veröffentlichte, trudelten in den Kommentaren rasch untergirffige Aussagen ein.

"Rasier dich!"

Tausende User kritisierten die junge Frau und verfielen dabei in exakt jenes Verhaltensmuster, das die junge Frau mit ihren Bildern ursprünglich anprangerte. "Haha, sie hat mehr Achselhaare als du Haare am Kopf", schrieb beispielsweise ein User und verlinkte eine zweite Person in seinem Kommentar. "Rasier dich", forderte ein anderer.

Insgesamt finden sich aktuell über 2.700 Kommentare unter dem Bild. Nicht alle äußerten sich negativ. Zahlreiche Nutzer beglückwünschen Laura zu ihrem gesellschaftlichen Engagement und richten sich klar gegen die Hassposter.

Der Kampf "für eine gerechtere Welt"

Laura selbst zeigte sich von den bitterbösen Protest-Postings unbeeindruckt - und stellte noch mehr Bilder von sich mit Achselhaaren ins Internet. In einem Folgeposting teilte sie eine Liste der respektlosesten Kommentare. Darunter Sätze und Ausdrücke wie "Du bist hässlich", "Wegen dir habe ich mich 146 Mal übergeben", "Ich werde dich umbringen, du bist so dumm" oder "Schmutzige Lesbe".

Sie stellt auch klar, dass es allein ihre Entscheidung sei, was sie mit ihrem Körper anstelle. "Wir sagen oft, dass wir in Belgien oder Frankreich keinen Feminismus mehr brauchen, weil Frauen ohnehin schon gleichberechtigt sind." Ihr Fall zeige jedoch, dass es selbst in einem offenen und freien Land wie Belgien nicht möglich sei, sich als Frau gegen die gängigen Standards zu wenden.

Im Zuge des Postings bedankt sich Laura auch bei ihren Unterstützern, die mit ihr "für eine gerechtere Welt" kämpfen.

Kampagnen gegen Frauenhass

Es ist wahrlich nicht das erste Mal, dass die weibliche Körperbehaarung zum Thema gemacht wird. Vor allem im Internet werden Frauen, die auf die Rasur oder andere Formen der Haarentfernung verzichten, regelmäßig beleidigt. Zahlreiche virale Kampagnen, darunter die #PrincessesHaveHair-Kampagne, richten sich gegen diese Form der Diskriminierung und Stigmatisierung von Körperbehaarung.