Leben
04.04.2018

17 Jahre Hausverbot für Gast: Möwen verwüsteten Hotelzimmer

Ein Kanadier durfte ein Luxushotel fast zwei Jahrzehnte lang nicht betreten, weil er sein Zimmer vermeintlich verwüstet hatte.

Es ist eine Geschichte, wie nur das Leben sie schreibt: Nick Burchill bekam im April des Jahres 2001 nach einer "Serie unglücklicher Vorfälle" Hausverbot im Hotel Fairmont Empress in der Stadt Victoria in der kanadischen Provinz British Columbia.

Wurst am Fensterbrett

Die "Serie unglücklicher Vorfälle" begann damit, dass Nick Burchill Pfeffersalami, die er für Freunde mitgebracht hatte, zur Zwischenlagerung auf das Fensterbrett seines Hotelzimmers legte, wie er auf Facebook schildert. Er habe die Wurst kühlen wollen und sie deshalb nach draußen verfrachtet, weil es keinen Kühlschrank im Hotelzimmer gab, schreibt Burchill. Danach ging er spazieren. Als er nach vier bis fünf Stunden zurückkehrte, hatte sich eine "ganze Schar Möwen" in seinem Zimmer versammelt. An die 40 Vögel waren dabei die Wurst zu essen und hatten bereits jede Menge Fäkalien im Zimmer verteilt.

Als Burchill das Zimmer betrat, erschraken die Tiere und flogen wild im Zimmer herum – "und krachten dabei in Dinge hinein, weil sie verzweifelt versuchten, das Zimmer durch die kleine Öffnung zu verlassen, durch die sie hereingekommen waren". Zurück blieb ein Bild der Verwüstung aus Vogelexkrementen, Federn, Wurststücken, kaputten Lampen und zerrissenen Vorhängen.

"Entschuldigung"

Nachdem Burchill mit Händen und Füßen versuchte, die letzte Möwe zu vertreiben – und dabei einen seiner Schuhe aus dem Zimmer schoss – gab er auf und informierte die Rezeption. Als die Hotelleitung eine Reinigungskraft aufs Zimmer schickte, traute diese ihren Augen nicht: "Ich erinnere mich heute noch an den Gesichtsausdruck der Dame, als sie die Zimmertür öffnete. Ich hatte keine Ahnung, was ich sagen sollte, also sagte ich nur 'Entschuldigung' und ging Abendessen."

Nach seiner Abreise erhielt Burchill einen Brief, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er im Hotel von nun an nicht mehr willkommen sei.

Fast 20 Jahre später wurde das Hausverbot jetzt aufgehoben. Burchill fragte bei der Hotelleitung per Brief an, ob man das Verbot aufheben könne und schilderte seine Geschichte, wie die BBC berichtet. "Es ist einfach eine dieser Geschichten, die man sich nicht ausdenken kann", befand der Hotelmanager im Interview mit der Zeitung Times Colonist – und willigte letztendlich ein.